1. Funkensprühendes Spektakel lockt viele Besucher

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    Lügde (afk). Während andernorts Osterfeuer lodern und die Besucher erfreuen, gibt man sich in Lügde damit nicht zufrieden: Seit mindestens 1743 gibt es hier den faszinierenden Osterräderlauf. Dafür werden mannshohe Eichenholzräder mit Stroh gestopft und am Ostersonntag, in diesem Jahr am 27. März, nach Einbruch der Dunkelheit in Brand gesteckt den Osterberg hinuntergerollt. Das funkensprühende Spektakel besuchen Jahr für Jahr mehr als 20.000 begeisterte Besucher. Diese ungewöhnliche Veranstaltung ist seit Sommer 2014 immaterielles Kulturerbe Nordrhein-Westfalens. Das Programm am Ostersonntag 2016 startet um 13 Uhr mit einem Konzert des Blasorchesters Lügde, bevor ab 15 Uhr die Osterräder auf dem Osterberg nach alter Tradition mit rund 20 Bund speziellem Langhalmroggenstroh gestopft werden. Parallel dazu wird ein buntes Unterhaltungsprogramm angeboten. Gegen 21 Uhr werden die Räder im Abstand von wenigen Minuten dann angezündet und lichterloh brennend auf die Reise den Osterberg hinab geschickt. Den Abschluss bildet ein prachtvolles Höhenfeuerwerk. Auch wenn die historische Stadt Lügde am Ostersonntag aus allen Nähten zu platzen droht – es stehen ausreichend Parkplätze fußläufig zum Veranstaltungsort bereit. Für die musikalische und leibliche Versorgung ist im Emmerauenpark gesorgt. Die Veranstaltung kostet 6 Euro pro Person bei freiem Parken. Zum Reiz des uralten Brauchtums gehört nicht nur die Faszination Feuer, sondern auch, dass alte Handwerkstradition lebendig gehalten wird: Sechs Räder sind aktuell im Gebrauch, die, wie ihre Vorgänger zuvor, aus abgelagertem Eichenholz mit einem Durchmesser von 1,70 Meter hergestellt wurden. Stahlbolzen halten das Holz in vier Lagen zusammen, so dass jedes Rad 26 bis 28 Zentimeter dick ist. Diese Größe hat Gewicht: bis zu 280 Kilo wiegt jedes Rad im Rohzustand, vollgestopft fast das Doppelte. Den Außenrand verziert jeweils ein eigener Spruch mit Bezug zur Geschichte. "Meine Ahnen sind die Kelten und Germanen, jetzt lauf ich in Christi Namen" steht auf dem derzeit ältesten, 1985 erbauten Osterrad, "Deutschland einig Vaterland" auf dem 1990 im Zuge der Wiedervereinigung in Betrieb genommenen. Um die Füll-Länge des benötigten Strohs zu erzielen, wird extra angebauter Roggen aus einer speziellen Züchtung veredelten Saatguts genutzt. Ungefähr 20 Bund des Roggenstrohs werden dann an Ort und Stelle nur mit vorbereiteten gedrehten Haselnussruten in jedes Rad eingeflochten, damit sich das Stroh bei den vielen Hangsprüngen am Osterberg nicht vorzeitig aus dem Rad löst.

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