1. Witwe Bolte mit Bart

    "Max und Moritz" auf andere Weise auf die Bühne gebracht

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    BAD REHBURG (jan). Theater (nicht nur) für Kinder hat die "Romantik Bad Rehburg" zu ihrem Theater-Wochenende angeboten. "Max und Moritz" stand auf dem Programm.

    "Tu nicht dies, tu nicht das, brav sein macht uns keinen Spaß!"– Der kurze Rap ist stets der Übergang von einem zum nächsten Streich gewesen – natürlich auch begleitet vom allseits bekannten "Dieses war der erste Streich…". Doch so, wie der Rap nicht im Originaltext von Max und Moritz geschrieben steht, haben sich die Schauspieler Kirsten Annika Lange und Marcus Veith auch ansonsten kleine Freiheiten an dem erlaubt, was der Vater des Comics, Wilhelm Busch, mit den beiden Lausbuben erschuf. Dazu waren sie allerdings auch angehalten, denn eigentlich, so erzählten sie Kindern und Erwachsenen im Publikum, seien sie doch die Kulissenbauer Matze und Mona. "Max und Moritz" solle schon auf der Bühne der "Romantik Bad Rehburg" aufgeführt werden – aber wo blieben bloß die Schauspieler? Als diese partout nicht auftauchen wollten und Mona schließlich gestand, ihnen einen Streich gespielt zu haben, blieb den beiden doch gar nichts anderes übrig, als in die Rollen von Max und Moritz zu schlüpfen und ein herrlich improvisiertes Theaterstück zu inszenieren. So die Geschichte, die die beiden ersonnen haben und fantasievoll auf die Bühne brachten. Mangels mancher Requisiten wurde eine Wäschespindel zum Baum in Witwe Boltes Garten und wurde der lila Wischmop zum Spitz umfunktioniert. Die Illusion gelang prima und nicht nur die Kinder im Publikum kicherten und lachten ein ums andere Mal. Köstlich war auch die Rollenverteilung, die beide sich auferlegten – wie Marcus Veith als Witwe Bolte mit Bart und Fistelstimme oder Kirsten Annika Langer als wahrlich oberlehrerhafter Lehrer Lempel. Nah an der Vorlage und doch wieder streckenweise weit von ihr entfernt und zudem an einigen Stellen in kindgerecht entschärfter Form – Max und Moritz werden nicht geschrotet und sind mausetot, sondern durchaus lebendig in zwei Brotlaiben, die aber auf keinen Fall angebissen werden dürfen - haben alle Zuschauer einen höchst amüsanten Nachmittag gehabt. Wilhelm Busch hätte sicherlich auch applaudiert.Foto: jan

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