1. "Verliebt, verlobt, verschwunden"

    Schimpfkanonaden einer Braut / Emotionale Tiefen einer Frau

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    BAD REHBURG (jan). "Verliebt, verlobt, verschwunden"– Lachen hat im Vordergrund beim Theaterstück um eine verlassene Braut in der "Romantik Bad Rehburg" gestanden. Den Exkurs durch die weibliche Gefühlswelt hat in dem Solo-Stück die Schauspielerin Kirsten Annika lange überzeugend auf die Bühne gebracht.

    Drei Worte nur – und die eben noch glückliche Braut flieht im Hochzeitskleid auf das Baumhaus ihrer Kindheit. "Ich kann nicht" - das stand auf dem Zettel, den sie auf der Kommode gefunden hat, wenige Stunden vor der Hochzeit. Vor der ganzen Welt will sie sich verkriechen, lamentiert, flucht auf ihren Johnny, ersinnt kreative Lösungen, ihn zu ermorden, macht nicht bei ihm Halt, sondern breitet auch aus, welche Männer sie zuvor verletzt haben, ist wütend, ist traurig, schwelgt auch in schönen Erinnerungen. Im Prinzessinnenkleid ihrer Kindheit mit Krönchen auf dem Kopf, im Spiel mit den Handpuppen aus alten Tagen und mit allem, was dieses Baumhaus an Erinnerungen ansonsten noch enthält, lässt sie ihr Leben mit Männern an sich vorüberziehen – und ihr Publikum daran teilhaben. Das macht sie auf höchst unterhaltsame Art und Weise. Dass dann schließlich doch nicht alles so ist, wie sie gemeint hat und Männer nicht durchgehend allesamt schlecht sind, das kommt erst zum Ende heraus. Ein Happy End steht am Schluss. Aber davor war es doch sehr schön, die Braut in spe durch sämtliche emotionalen Höhen und Tiefen zu begleiten und ihr bei ihren Schimpfkanonaden so manches Mal zuzustimmen. Zumindest die weibliche Hälfte des Publikums dürfte das so empfunden haben. Die Männer haben trotzdem gelacht.Foto: jan

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