1. Teilumbau des "@on" fast fertig

    Teil des Jugendzentrums wird Zuhause für minderjährige Flüchtlinge

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    Bad Salzuflen-Schötmar (nr). Die Streitfrage über eine Umnutzung des Jugendzentrums "@on" als Notunterkunft ist vorerst vom Tisch: Eine Kooperation zwischen der Stadt Bad Salzuflen, der Stiftung Eben-Ezer und den jugendlichen Nutzern des "@on" will jetzt für die Unterbringung minderjähriger Flüchtlinge an einem Strang ziehen. Ein Teil des Jugendzentrums wird für ein halbes Jahr das Zuhause minderjähriger Flüchtlinge.
Der gemeinsame Nenner scheint gefunden. Nachdem sich die Jugendlichen erfolgreich gegen die Pläne der Stadt gewehrt hatten, das "@on" komplett und dauerhaft als Notunterkunft umzunutzen, werden für das nächste halbe Jahr nur Teilbereiche für die Aufnahme unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge genutzt. Die vergangenen Tage standen ganz im Zeichen des Umbaus für die Ankunft der ersten Jugendlichen. "Es handelt sich dabei um Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren ohne Begleitung der Eltern, die unter anderem aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Bangladesh kommen", erklärte Jugendsamtleiterin Angelika Borgstedt bei einem Pressegespräch.
Sie werden im Kinderbereich des Gebäudes untergebracht. Die Angebote für Kinder werden ausgelagert. Die Betreuung der unbegleiteten Jugendlichen übernimmt die Stiftung Eben-Ezer, die bereits seit Oktober 2015 eine Clearinggruppe in Lemgo hat. "Die Erfahrungen, die wir in Lemgo sammeln konnten, sind sehr positiv", erklärte Sabine Menzel, Bereichsleitung Kinder und Jugendliche in der Stiftung Eben-Ezer. "Alle jungen Männer sind gut angekommen und besuchen Schulen in der Region."
Schon am vergangenen Montag sin die ersten fünf jungen Männer in der neuen Unterkunft angekommen. Betten, kleine Schränke, Waschmaschine und Küche sind dort bereits vorhanden. Die letzten Tage hat das Team um Sabine Menzel tatkräftig mit angepackt, um die Zimmer für die Jugendlichen vorzubereiten. Den Feinschliff wollen sie gemeinsam mit den Jugendlichen machen. Im März wird sich die Gruppe auf 8 bis 10 Personen vergrößern und im April auf 14 bis 20 Jugendliche anwachsen, die dann in zwei Clearinggruppen aufgeteilt werden. 14 Vollzeitkräfte des Trägers werden rund um die Uhr Ansprechpartner für die jungen Männer sein.
"Wir hoffen auf einen guten Start", so Dani Fries, Leiterin der beiden Clearinggruppen. "Es wäre schön, wenn wir den Jugendlichen ein Gefühl von Zuhause, Ruhe und Geborgenheit geben könnten." Im Anschluss an die Zeit in den Räumen des "@on" sollen adäquate Lösungen für die Jugendlichen gefunden werden. "Je nachdem, wie viel Unterstützung jeder Einzelne braucht, kann man über Gastfamilien, Wohngemeinschaften oder eine eigene kleine Wohnung nachdenken", erklärte Angelika Borgstedt. "Und wir dürfen nicht vergessen, dass einige dieser Jugendlichen auf der Flucht von ihren Familien getrennt wurden und zum Teil nicht einmal wissen, wie es der Familie geht oder wo sie ist."
Schön für alle Beteiligten ist zuerst aber einmal, dass sie die Jugendlichen im Team, aber auch mit Unterstützung der jugendlichen Nutzer des Jugendzentrums auffangen können. Die Unterbringung im "@on" berge mit dem direkten Kontakt zu anderen Jugendlichen viele Möglichkeiten, betonte Dani Fries. Das sehen auch die zwei Vertreterinnen der Salzufler Jugendlichen so. "Wir freuen uns auf sie", sagte Arnela Balijagic. "Die Türen sind offen. Das Haus soll wieder voll werden."
Einer der Räume für die unbegleiteten Jugendlichen wird zur Probe mal genauer in Augenschein genommen: (von links) Valentina Bestvater und Arnela Balijagic als Vertreterinnen der Salzufler Jugendlichen, Udo Zippel, kaufmännischer Vorstand Eben-Ezer, Dani Fries, Leiterin der Clearinggruppen, Sabine Menzel, Bereichsleitung Kinder und Jugendliche Eben-Ezer, Angelika Borgstedt, Jugendsamtleiterin Bad Salzuflen und Ronny Seltmann, Projektleitung Clearinggruppen Eben-Ezer.

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