1. Schwäbischer Wahnsinn meets ostwestfälische Begeisterung

    Musiker und Kabarettist Michael Krebs gab "Jubiläumskonzert"

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    Detmold (js). Auch wenn die Reihen des Sommertheaters nicht alle belegt waren, wer den Weg an diesem Abend dorthin geschafft hatte, der wurde wahrlich dafür belohnt. Denn in ihrer Reihe "bekannt" durfte die Sängerin Ulrike Wahren ihren "alten Kumpel" Michael Krebs mit seinem Jubiläumskonzert begrüßen. Jubiläumskonzert daher, weil für Krebs 10 Finger, 88 Tasten, 22 Kleinkunstpreise und 12 Jahre Rock-n-Roll-Kabarett Grund genug sind, um dies so richtig zu feiern. Die Feierlaune griff auch schnell auf die Zuschauer über. Die Stimmung war großartig.

    Der Musiker und Sprachkünstler hatte ein buntes Repertoire aus Musik, Gesellschaftskritik und Nonsens dabei, doch eines war der Abend garantiert nicht, nämlich Programm. Denn die Show hatte keinen festen Ablauf und so ließ Krebs sich und seinen Zuschauern genug Freiraum für Impovisitationen. Der studierte Jazzmusiker wirbelte in der zweiten Hälfte des Abends durch sämtliche musikalischen Genres. Da wurde aus dem Jubiläums- mal eben ein Wunschkonzert, denn die Zuschauer hatten in der Pause Gelegenheit, ihre ganz persönlichen Liederwünsche auf einen Zettel zu schreiben – ob aus Krebs eigenem Repertoire gewählt oder einfach nach Lust und Laune. Per Los wurde dann entschieden, welches Lied er spielen wird. Im Gegenzug durfte der Musiker im Wechsel zu den Wünschen des Publikums seine eigenen Liederwünsche erfüllen. Ging es also in der zweiten Hälfte eher darum, anlässlich des "Jubiläums" gemeinsam mit den Zuschauern zu feiern, war der erste Teil des Abends eher eine Retrospektive. Mit kleinen Anekdoten plauderte Michael Krebs hier ein wenig aus dem Nähkästchen und rundete diese Geschichten musikalisch passend ab. So erzählt er aus seiner Studienzeit in Hamburg, wo er nebenbei als Hotelpianist, schon immer ein Traum von ihm, sein Brot verdient. Wie schwer ein Hotelpianist es jedoch hat, zeigt er mit dem umgeschriebenen Lionel Richi-Klassiker "Hallo, hört mir irgendjemand zu?". Sein Lied "Hausverbot bei Aldi", eine Hommage an den Discounter, für das er 1998 seinen ersten Preis bei einem Wettbewerb erhielt und das den Grundstein für seine Karriere, in der er sich von unten (Neu-Kupfer) bis nach oben (Berlin) gearbeitet hat, gelegt hat, durfte natürlich auch nicht fehlen. Am Ende wollten die begeisterten Zuschauer den sympathischen Schwaben nicht gehen lassen. Mit tosendem Applaus und Zugaberufen holten sie den Künstler zurück auf die Bühne, der natürlich noch ein paar gute Lieder, wie "Das Mädchen von der JU" aus dem Ärmel schüttelte und noch einmal richtig in die Tasten haute.

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