1. Konstruierte Räume

    Werke von Charlotte Perrin

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    Lemgo-Brake (nr). Ihre Arbeiten kreieren neue Strukturen im und mit dem Raum. Charlotte Perrin, die derzeitige Stipendiatin "Junge Kunst" der Stadt Lemgo und der Staff Stiftung, schafft mit minimalen Gesten, unbearbeiteten Materialien und klaren Strukturen eine neue Wahrnehmung von Raum. Mit ihrer Ausstellung "Die Lage der Dinge", die sie innerhalb des Stipendiumjahres entwickelt hat, bespielt sie vom 13. März bis zum 10. April beide Etagen des Eichenmüllerhauses.

    Es sind klare Strukturen in ihren Arbeiten, die sich zwischen Zwei- und Dreidimensionalität bewegen und den Raum neu aufteilen, ihn spontan verändern. Die Materialien, die Charlotte Perrin verwendet, sind oft roher, industrieller Art. Ihre künstlerische Herangehensweise zwischen Materialität, Klarheit und Raum einen Dialog zu erwecken, gelingt scheinbar mühelos. Ein Großteil der Arbeiten scheint die Räume weder zu beanspruchen, noch abstrakt zu existieren. Charlotte Perrin schafft es, sie zu einem wesentlichen Element des Raumes selbst zu machen; fremd, aber kein Fremdkörper, klar und perfekt auf den ersten Blick, aber doch in minimaler Form wie ein Trugbild dieser Perfektion. "Ich strebe nicht nach sterilen, uniformen Flächen", erklärt Charlotte Perrin ihre Arbeit. "Manchmal entwickeln Materialien und Farben ganz andere Möglichkeiten der Assoziation und sie vermögen den Raum zu verändern, geben ein neues Gefühl von Distanz oder der Möglichkeit, sich in diesem Raum zu bewegen." So werden auch die im Siebdruckverfahren bearbeiteten Glasflächen, deren eigentlich vorhersehbare Wasserstruktur zuerst so offensichtlich schien, inmitten des Raumes ganz unvermittelt zu erdigen Strukturen, oder vermag eine einzige weiße Säule den Raum zu entfremden, neu aufzuteilen und gleichwohl wie ein steter Bestandteil eben dieses Raumes zu wirken. "Ich bin schon sehr gespannt, wie die Besucher meine Arbeiten empfinden", meint Charlotte Perrin und blickt dabei besonders auf die Fotogalerie der Geometrie in Varianten. Zierbäume, Hecken und Vorgärten lassen Öffentlichkeit und Privates gegeneinander stoßen. "Es ist ein spannender Umgang mit Grenzen, der mich fasziniert", betont sie. Für die junge Französin aus Marseille hat auch die Positionierung der Sprache, des Verstehens und Erkennens einen eigenen Zugang, den sie in ihren Arbeiten präsentiert. Kulturell geprägte Unterschiede wecken ihr großes Interesse ebenso wie industriell hergestellte Materialien: Formgebung zur Abgrenzung zum Privaten oder versteckte Einladung für die Öffentlichkeit und Raufasertapeten, Verpackungsmaterialien oder Holzkonstruktionen, deren Formen zueinander finden – es gibt ihn, diesen roten Faden in ihren Arbeiten und doch überrascht jeder neu bespielte Raum durch viel Klarheit, eine sich verändernde Form- und Farbgebung und durch nur scheinbare Perfektion. Die Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, 13.März um 11.30 Uhr, Braker Mitte 39 statt. Vom 13. März bis zum 10. April wird "Die Lage der Dinge" Donnerstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr zu sehen sein.

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