1. Übernehmen Verantwortung...

    Feuerwehr erhielt Lob und Anerkennung für ihren Einsatz

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    Rischenau (afk). Die Feuerwehr der Großgemeinde Lügde hat ein arbeitsreiches Jahr 2015 absolviert: Die Zahl der Einsätze (119) hatte sich im Vergleich zu 2014 (64) fast verdoppelt, die Einsatzstunden lagen mit 3.111 mehr als hundert Prozent über dem Vorjahr (1.460). Und diese Stunden wurden von den 230 männlichen und 14 weiblichen Aktiven freiwillig, ehrenamtlich in deren Freizeit für die Allgemeinheit erbracht. Das war für Bürgermeister Heinz Reker und den stellvertretenden Kreisbrandmeister Manfred Behrens aus Extertal natürlich Grund genug, höchstes Lob, Anerkennung und Respekt für diese Leistungsbereitschaft zu zollen.

    Von "unserer kleinen heilen Welt" sprach der Leiter der Lügder Feuerwehr, Wolfgang Kornegger, als er einerseits die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Wehr, dem Rat und der Verwaltung ansprach, andererseits aber auch mit dem Blick auf die eigene Mitgliederzahl von rund 400 (inklusive der 71 Aktiven der Jugendwehr und 82 Mitglieder der Ehrenabteilung) stabile Verhältnisse konstatierte, trotz einer spürbar sinkenden Einwohnerzahl. Andere Feuerwehren in der Republik haben da ganz andere Sorgen und können ihre Einsatzbereitschaft mangels Kräften zum Teil gar nicht mehr sicherstellen. Der ehemalige Stadtdirektor Dieter Will rechnete vor, was eine Alternative, eine Berufsfeuerwehr, kosten könnte: Rund eine Million Euro für 20 Einsatzkräfte kämen pro Jahr auf die Kommune zu. "Und das wäre dann nur für einen Zug. Das reicht für eine Flächengemeinde wie Lügde überhaupt nicht. Dazu kämen noch die Ausrüstungskosten", machte er die Dimensionen deutlich. Lügde ist in der glücklichen Lage, auf ein solides Kräftefundament auf hohem Ausbildungsstand setzen und aus einem breiten Fundus der sehr aktiven Jugendabteilungen in der Kernstadt, Rischenau und Wörmketal schöpfen zu können. In diesem Jahr stiegen wieder vier junge Männer zur aktiven Wehr auf. Die im neuen Gesetz zur Neuregelung des Brandschutzes, der Hilfeleistung und des Katastrophenschutzes (BHKG) geplante Herabsetzung des Einstiegsalters von 18 auf 16 Jahre für den reibungslosen Übergang in den Einsatzdienst wird von den Verantwortlichen grundsätzlich positiv gesehen. Dass die Jugendlichen eine solide Grundausbildung mitbringen zeigen die Ergebnisse beim Wettbewerb um die Leistungsspange (vergleichbar mit dem Sportabzeichen), bei der die Lügder zuletzt wieder mit einem ausgezeichneten Resultat aufwarteten, wie Stadtjugendfeuerwehrwart Björn Biesemeyer berichtete. Auffallend sei die wachsende Anzahl von Mädchen, die sich für die Feuerwehrarbeit interessierten. Die Einrichtung einer Feuerwehr AG an der Johannes-Gigas-Schule habe sich zudem als Volltreffer erwiesen, berichtete der stellvertretende Leiter der Lügder Feuerwehr, Jörg Jakob. 36 Mal wurden Fünft- und Sechstklässler im letzten Jahr jeweils mittwochs zwei Stunden lang in Theorie und Praxis in die Feuerwehrarbeit eingeführt. Diese AG soll 2017 wieder ihre Arbeit aufnehmen. "Diese Aufgabe ist zwar für uns stressig, weil sie auch in der Freizeit noch absolviert werden muss, aber wir machen das gern, weil es auch Erfolg bringt", so Jakob. In seinem Jahresbericht listete er die Einsätze auf. Allein die 26 Brandeinsätze des letzten Jahres (u.a. an der Elbrinxer Pappmühle, an der Harzberger Straße und am Hotel Kempenhof) erreichten mit 1.416 Stunden fast die gesamte Einsatzstundenzahl von 2014. Dazu kam eine augenfällig gestiegene Zahl an Ölspuren: gleich 25 Mal (2014: 14) mussten die Einsatzkräfte zumeist aus ihrer Arbeit zur Ölbeseitigung ausrücken. Zusammen mit den Sturm- und Wasserschäden machten allein diese beiden Schadensfälle 50 Prozent der gesamten Einsätze aus. Bei den Ölunfällen habe man inzwischen mit dem städtischen Bauhof eine Regelung getroffen, die die Feuerwehr entlasten wird, erklärte Wolfgang Kornegger. Die Lügder Wehr ist neben der neuen digitalen Alarmierungstechnik auch mit Überlebenskleidung für die Wasserrettung ausgerüstet und hat sich entsprechend praktisch damit auseinandergesetzt. Viel Zeit (12.504 Stunden) hat man auch wieder in die Aus- und Weiterbildung investiert. Dienstabende (8.922 Stunden) und Lehrgänge (3.072 Stunden) auf lokaler und Kreisebene, Seminare und Führungs- und Ausbilderlehrgänge wurden von den Freiwilligen absolviert. Darüber hinaus übernahm man Brandsicherheitswachen, war in der Brandschutzerziehung in den Grundschulen und in Lügder Einrichtungen aktiv und leistete unterstützend Verkehrsdienste. Und natürlich mussten auch die Fahrzeuge und Geräte instandgehalten werden. Bei allen Verpflichtungen kam aber auch die Entspannung nicht zu kurz. Im Mittelpunkt stand dabei der Wettkampf um den Stadtbrandmeisterpokal, den im Sommer die Löschgruppe Elbrinxen vorbildlich organisierte und den am Ende den Löschzug Lügde bei der Bewältigung feuerwehrtechnischer und theoretischer Aufgaben gewann. Er wird nun als Sieger 2017 diesen Spaß-Wettbewerb ausrichten. Von "beeindruckenden Zahlen aus Lügde", sprach der stellvertretende Kreisbrandmeister Manfred Behrens, der sich auch für die Unterstützung der Kräfte beim Einsatz im September bei einem Großbrand in Barntrup bedankte. Er betonte, dass der Reform der Ausbildungskonzepte in den kommenden Jahren zunehmende Bedeutung zukomme. "Das wird noch eine Mammutaufgabe", ahnt er.

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