1. Neues Konzept überzeugt

    Senioreneinrichtung des Kreises Lippe hat Betrieb aufgenommen

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    Lemgo (nr). Die neue Pflegeeinrichtung des Kreises Lippe an der Rintelner Straße hat zum 1. März den Betrieb aufgenommen. Das dreistöckige Gebäude auf dem Gesundheitscampus weiß durch modernste Technik und viel Liebe zum Detail zu überzeugen. Die ersten Bewohner der Senioreneinrichtung profitieren dabei von einem völlig neuen Wohnkonzept in unterschiedlichen Wohngruppen. Im Erdgeschoss sind zudem eine separate Wohngruppe für intensivpflegebedürftige Menschen und ein Schlaflabor entstanden.

    Die stationäre Langzeitpflege im ersten und zweiten Obergeschoss des Gebäudes kann 72 Bewohner aufnehmen. Zwei Wohnbereiche mit je einer Kapazität von 36 Plätzen sind in 4 Wohngruppen mit je 18 Bewohnern aufgeteilt. Der Wohnbereich "Leben Intensiv" für intensivpflegebedürftige Menschen mit 12 Plätzen findet sich im Erdgeschoss. "Uns war ziemlich schnell klar, dass das Betreiben einer Station für intensivpflegebedürftige Patienten nicht die originäre Fachrichtung ist", erklärt Dorothea Ruhe, Prokuristin der Kreissenioreneinrichtungen des Kreises Lippe. Die Leitung der Wohngruppe "Leben Intensiv" obliegt jetzt dem "Intensiv-Palliativ-Pflegedienst Lippe". Hier können Menschen mit Grunderkrankungen wie Wachkoma, Multipler Sklerose, ALS oder Mukoviszidose Zimmer anmieten und den "Intensiv-Palliativ-Pflegedienst Lippe" in Anspruch nehmen. Ebenfalls im Erdgeschoss befindet sich auch ein Schlaflabor unter Leitung des Klinikums mit 6 Plätzen und einem Überwachungsraum, das Mitte März in Betrieb gehen wird. Für den Kreis Lippe ist die neue Senioreneinrichtung ein kompletter Paradigmenwechsel, wie Dorothea Ruhe erläutert. Die komplette Neugestaltung des Gebäudes in Wohnbereiche mit Einzelzimmern und jeweils angeschlossenem Bad seien ein großer Fortschritt. Die Zimmer sind komplett neu möbliert, bieten aber noch Raum für kleinere, selbst mitgebrachte Möbel. Die Betten sind elektrisch komplett verstellbar und können auch als Niederflurbetten genutzt werden. In jedem Wohnbereich findet sich ein Wellnessbereich, der auf die Bedürfnisse in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkter Menschen abgestimmt ist. Eine weitere Neuerung stellen die Wohnküchen in den verschiedenen Wohnbereichen dar. Das neue Konzept bietet, statt eines großen, anonymen Speisesaals, kleinere, gemütliche Räume mit angeschlossener Küche und angrenzendem großen Balkon mit weiteren Sitzmöglichkeiten. Dabei setzt die Leitung auf die Einbindung vertrauter Elemente. "Der Mensch ist nicht für Veränderung geboren", erklärt Dorothea Ruhe. "Wir haben hier Altes mit Neuem kombiniert, also vertraute Elemente mit eingebunden. Auch die bisherigen Betreuer sind mit in die Wohnbereiche integriert und machen die Veränderungen für die Bewohner einfacher, was besonders im geschützten Wohnbereich demenzkranker Menschen von Bedeutung ist." Die Wohnbereiche der stationären Langzeitpflege haben Versorgungsküchen, während in den Bereichen Demenzkranker und Intensivpflegebedüftiger Betreuungsküchen entstanden sind. Die Zentralküche aus Lieme liefert im "Cook and Chill-Verfahren" frisch gegarte Zutaten, die durch Regenerierungsstationen in den Wohnküchen ohne Qualitätsverlust erwärmt werden können. Auch eine Vorbestellung des Essens ist nicht mehr nötig. Die Bewohner haben immer die Auswahl zwischen zwei Menüs. Für Besucher und Bewohner gleichermaßen konzipiert und umgesetzt ist das neue integrative "Café Vielfalt" im Betrieb der Stiftung Eben-Ezer im Erdgeschoss. Bei Kaffee- und Teespezialitäten, selbstgebackenem Kuchen, Frühstück und Tagesgerichten können sich Bewohner und Besucher auch außerhalb der Wohnbereiche begegnen. Ebenfalls im Erdgeschoss und an zwei Tagen in der Woche für die Bewohner geöffnet, ist ein Friseursalon. Die Auslastung der neuen Kreissenioreneinrichtung liegt schon jetzt bei 98 Prozent. Die Grundfläche der Einrichtung, die in Passivbauweise entstanden ist, beläuft sich auf 4.265 Quadratmeter. Allein das Flachdach hat eine Fläche von 1.700 Quadratmetern. Die Baukosten betragen 6,25 Millionen Euro. "Es ist schon eine Umstellung", sagt Hildegard Laubert, die gerade in das neu entstandene Gebäude eingezogen ist. "Es ist alles sehr schön hier, aber es wird noch eine Weile dauern, bis ich mich ganz zuhause fühle." Dass der Umzug aus der Echternstraße in die neue Kreissenioreneinrichtung auf dem Gesundheitscampus Lemgo reibungslos funktioniert hat, freut Dorothea Ruhe besonders. "Wir sind sehr dankbar über die tolle Unterstützung durch das THW Lemgo. Ingo Hartmann und sein Team haben großartige Arbeit geleistet." Hausbesichtigungen für interessierte Bürger und Angehörige finden am 11. März um 11 Uhr und am 16. März um 17 Uhr statt. Anmeldungen werden unter der Rufnummer (05261) 25940 entgegengenommen. Weitere Informationen gibt es online unter www.kselippe.de

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