1. Beeindruckender Crashtest

    Kreisverkehrswacht und Dekra informieren Schüler

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    Detmold (ab). Rumms – Auto kaputt. Mit einem Knalleffekt startete die Verkehrssicherheitswoche am Montag am Felix-Fechenbach-Berufskolleg. Aus 10 Metern Höhe stürzte ein Pkw seitlich auf einen Baumstamm. Damit demonstrierten Dekra und Kreisverkehrswacht eindrücklich, welche Kräfte bei einem Unfall wirken. Der VW Passat baumelt am Kran. Zahlreiche Schüler versammeln sich hinter der Sicherheitsabsperrung, um dem Schauspiel beizuwohnen. Hunderte Smartphones sind auf die "Unfallstelle" gerichtet, bereit, den Sturz zu filmen. Aus 10 Metern Höhe fällt das Fahrzeug mit der Fahrerseite auf einen waagerecht liegenden Baumstamm. Das entspreche der Wucht eines Unfalls bei etwa 50 Stundenkilometern, also ein durchaus realistischer Fall, erklärt Torsten Stille, Kfz-Sachverständiger der Dekra. Man fährt mit 70 Km/h auf der Landstraße, muss plötzlich einem Reh ausweichen, kommt ins Schleudern und schon ist es passiert. Die Überlebenschancen für Fahrer und Beifahrer seien bei einem solchen seitlichen Aufprall gleich Null, "da können Sie nichts machen", so Stille weiter. Sichtlich beeindruckt begutachten die FFB-Schüler nachher die Überreste des VW Passat. Oft seien es junge Männer, die wegen Selbstüberschätzung oder aus Imponiergehabe viel zu schnell unterwegs sind und auch Warnschilder zum Wildwechsel oder verschmutzten Fahrbahnen ignorieren. Er appelliert, defensiv und vorausschauend zu fahren. Das komme schließlich auch bei der Freundin gut an. Stille: "Was wir von jungen Frauen wissen ist, dass sie es nicht mögen, wenn junge Männer heizen". Motorisierte Verkehrsteilnahme ist für Jugendliche ein selbstverständlicher Teil der individuellen Lebensgestaltung. Mit dem Erwerb des Führerscheins nimmt die Verantwortung Jugendlicher als Verkehrsteilnehmer zu. Fahranfänger haben in den ersten Monaten generell ein höheres Unfallrisiko. Das sei allerdings zurückgegangen, seit es den "Führerschein ab 17" mit dem begleiteten Fahren gibt, erläutert Jens Evers von der Kreisverkehrswacht. Das sei aber auch eine Herausforderung für die Eltern, denn "die wenigstens können einfach nur ruhig daneben sitzen". Evers empfiehlt den Eltern daher, ihren Kindern die Chance zu geben, sich im Straßenverkehr zu beweisen und ihre Erfahrungen zu sammeln.

    Im Rahmen der Projektwoche "Junge Fahrer" in Kooperation mit der Verkehrswacht Lippe und der Dekra werden den Schülern an mehreren Stationen Informationen und überlebenswichtiges Verhalten in Extremsituationen vermittelt. Beispielsweise im Überschlagsimulator, wo sie lernen, wie man sicher aus einem Auto aussteigt, dass auf dem Dach liegt. 20 bis 30 Minuten könne ein Mensch kopfüber hängen, ohne bewusstlos zu werden, erklärt Jonas Ortmann (Kreisverkehrswacht). Dementsprechend wichtig sei es, sich im Notfall selbst befreien zu können. Beim Fahrsimulator wird die Reaktionszeit getestet, mit der Rauschbrille ausgestattet, muss ein Parcours abgelaufen werden. Zwei überdimensionale "Gulliver"-Autos werden – nach dem Prinzip von Hüpfburgen – aufgeblasen. Sie sollen den Jugendlichen die Perspektive von 7-jährigen Kindern vermitteln, die zwischen zwei parkenden Fahrzeugen scheinbar achtlos auf die Straße laufen und nicht sehen können, ob ein Auto kommt.

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