Detmold-Berlebeck (hö). Archäologische Ausgrabungen sind nicht nur interessant und eine Reise in die Vergangenheit, sie sind auch kostspielig. Um eine Ausgrabung und die statische Sicherung an einer Burg wie der Falkenburg zu ermöglichen, braucht es daher Geld, Fachleute und Willen.
Durch eine Spende der West-Lotto über 50.000 Euro wird zumindest ein Teil der umfangreichen Arbeiten an der Falkenburg in Berlebeck ermöglicht. Cordula Faber übergab den Scheck persönlich an den Burgeigentümer Stephan Prinz zur Lippe und die Vorsitzende des Fördervereins "Falkenburg", Sabine Schalk, im Beisein von Clemens Heuger von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz sowie des Architekten Helmut Merwitz, der ehrenamtlich die Bauarbeiten leitet. "Die Finanzierung ist somit bis Ende 2017 gesichert" berichtet die Vorsitzende des Fördervereins. "Seit 2004 wurden schon rund 600.000 Euro in die Ausgrabungen und Sicherung des Denkmals investiert", sagt der Architekt Helmut Merwitz. In diesem und im nächsten Jahr werden insgesamt weitere 150.000 Euro dazukommen. Nur durch finanzielle Mittel allein kann ein solches Projekt nicht verwirklicht werden. Allein der Spezialmörtel für Mauerrestaurierung und die Wandwölbungen für diese Art von Steinen, die beim Bau verwendet wurden, wurde extra durch ein Spezialunternehmen hergestellt. Hinzukommen die altertümlichen Mauerarbeiten, die heutzutage nicht mehr praktiziert werden. Hier sind spezielle Fachleute nötig, die unter anderem durch die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz fachlich unterstützt werden. Die Bauarbeiten wurden in verschiedene Projekte aufgeteilt, um die Ausgrabungen systematisch abzustimmen. Angefangen hat alles mit der Oberburg, die teilweise auf dem zugewachsenen Bergkamm zu sehen war. Durch die Ausgrabungen konnten mittlerweile ein Teil der Unterburg, die Ringmauer sowie zwei Tore archäologisch eingeschätzt, beurteilt und durch statische Berechnungen rekonstruiert werden. Ein Highlight der Bemühungen war der Fund des Brunnens. "Wir hatten bisher in der Oberburg nach dem Brunnen gesucht" sagte Stephan Prinz zur Lippe. Gefunden wurde er schließlich in der Unterburg, was nicht zu erwarten war, da die Überlegungen zur Verteidigung der Burg etwas anderes vermuten ließen. Bisher wurden 12 Meter des Brunnens ausgegraben. Aufgrund der altertümlichen Unterlagen und Angaben erwarten die Experten, dass der Brunnen bis zu 80 Meter tief ist. Ab Frühjahr werden die Ausgrabungen und Bauarbeiten wieder aufgenommen. Ziele für dieses und nächstes Jahr sind weitere Ausgrabungen an der Unterburg, am Tor 3 und der Ringmauer. Um die Burg wieder für die Öffentlichkeit erlebbar machen zu können, werden weitere Baumaßnamen zur Sicherung von Wegen und Anlagen erforderlich sein. Weitergehende Pläne sind in zwei Phasen unterteilt. Zum einen geht es um die den Erhalt und die weitere Rekonstruktion der Burg und zum anderen um Führungen, Veranstaltungen und Konzerte. Wer gerne aktiv werden möchte, kann sich als freiwilliger Helfer beim Förderverein melden. Ehrenamtliche Burgführer berichten bei den regelmäßigen Führungen über die Ausgrabungen, die Vergangenheit der Burg und die Zeit der Herrscher zur Lippe. Auf der Falkenburg kann man auch Kindergeburtstage feiern – inklusive Schatzsuche. Eine Schatzsuche der besonderen Art erlebte Prinz Stephan, als Archäologen eine Bischofsfigur für ein Schachspiel aus dem 12. Jahrhundert fanden. Der Bischof ersetzte im Mittelalter im Schachspiel den "Läufer". "Sicherlich hat einer meiner Urahnen diese Figur in der Hand gehalten", berichtet der Prinz erfreut. Besichtigungen können von Anfang Mai bis Ende Oktober gebucht werden. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite "falkenburg-lippe.de".
