1. "Damit Geschichte sich nicht wiederholt"

    Ausstellung zu Juden im Krankenhaus Stolzenau / Führungen für Schulklassen möglich

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    Als Stolzenaus Klinikchef Torben Jüres bei ihm angefragt habe, ob diese Ausstellung in der Klinik gezeigt werden könne, sei er zunächst etwas skeptisch gewesen, sagte Marco Martin. Was habe das mit einer Klinik zu tun, habe er sich gefragt, sagte der Geschäftsführer der Helios-Kliniken Nienburg und Stolzenau. Und Ausstellungen an solchen Orten sollten doch üblicherweise diejenigen, die dorthin kämen, ein Stück weit aus der Klinik-Atmosphäre herausholen, sie ablenken und ihnen freundliche, fröhliche Ansichten bieten. Seine Skepsis, sagte Martin, habe er dann aber schnell überwunden, weil er es für unglaublich wichtig halte, gerade solchen Ausstellungen ein Medium zu bieten und auch ein Zeichen zu setzen, damit Geschichte sich nicht wiederhole. So ist nun das Foyer der Klinik in Stolzenau Ausstellungsort für die Geschichte der jüdischen Gemeinde Rehburg mit Szenen aus dem Leben vor und während der NS-Zeit. Dem Gedanken des "Heimat-Krankenhauses", fügte Torben Jüres hinzu, komme die Klinik mit dieser Ausstellung noch einmal ein wenig näher. Eine runde Sache ist die Vernissage zudem geworden mit dem Vortrag von Gerd-Jürgen Groß, der von Schicksalen jüdischer Nachbarn in Rehburg-Loccum berichtete. Die Geschichte der Deportationen rollte er zum einen auf, die Rettung weniger jüdischer Kinder durch so genannte Kindertransporte nach Großbritannien zum anderen. Klezmer – die Musik osteuropäischer Juden – ist von Beritt Hummel und Peter Neu gespielt worden. Klänge, die ebenfalls in einer Klinik nicht alltäglich sind. Gezeigt wird "Sie waren Nachbarn – geflüchtet, deportiert, ermordet" bis zum 18. Mai im Klinikum Stolzenau. Geöffnet ist an sieben Tagen in der Woche, 24 Stunden. Gruppen, gerne auch Schulklassen, die durch die Ausstellung geführt werden möchten, können unter der Telefonnummer (0 50 37) 13 89 Termine vereinbaren. Weitere Informationen sind auch auf der Website www.stolpersteine-rehburg-loccum.de hinterlegt. Foto: jan

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