1. Oben herrscht Langeweile, unten Spannung

    In der Kreisliga A Lemgo ist der TBV das Maß aller Dinge – Erfolgsserie soll fortgesetzt werden

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    Kreis Lippe/Lemgo (hk). In der höchsten Lemgoer Kreisklasse muss schon ein mittelschweres Fußball-Wunder passieren, damit noch so etwas wie Spannung im Aufstiegsrennen aufkommt. Die Weste des TBV Lemgo ist "blütenrein". Auch der kühnste Zahlenkünstler erkennt, dass bei 48 Punkten aus 16 Spielen die Ausbeute maximale Ausmaße angenommen hat. Deutlich mehr Spannung genießt hingegen der Abstiegskampf. Konzept des TBV Lemgo bietet Basis für erfolgreiches Arbeiten Souverän zieht der TBV Lemgo an der Tabellenspitze seine Kreise. Alle Statistiken dieser Spielklasse führen die Hansestädter an. In der Rückrunde müssten sie fast alles falsch machen, um die erhoffte Bezirksliga-Rückkehr zu verpassen. Es ist keineswegs verwunderlich, dass sich Trainer Peter Wamser mit der Bilanz "natürlich hochzufrieden" zeigt, jedoch auch warnt, "dass die Saison noch lang ist." Mit einem guten Rückrundenstart soll schnell für Klarheit in der Aufstiegsfrage gesorgt werden. Seine Marschroute: "Meine Mannschaft will auch nach der Winterpause ihren erfolgreichen Lauf fortsetzen." Kontinuität ist ausdrücklich erwünscht. Wamser führt verschiedene Gründe an: "Zum einen kennen sich die Spieler schon lange und konnten sich in den letzten Jahren weiterentwickeln. Ein regelmäßiges Training und die auch über den Fußball hinausgehende Betreuung der Spieler in vielen Lebenslagen bieten Rahmenbedingungen, die leistungsfördernd sind." Die Erfolge sind auch der sehr guten Infrastruktur geschuldet. Zudem entbehren die überkreislich spielenden Jugendteams jedes Jahr "überdurchschnittlich begabte Fußballer" (O-Ton: Wamser) Richtung Seniorenabteilung. Als TBV Lemgo-typisch gilt, dass auf die eigenen Nachwuchskräfte gesetzt wird. Letztlich ist es nicht eine Frage ob, sondern wann der TBV Lemgo aufsteigt. Böttcher warnt: "Wir dürfen die Defensive nicht vergessen" Für Matthias Böttcher steht fest: "Wir wollen an die gute Hinrunde anknüpfen und uns von Spiel zu Spiel verbessern," so der Co-Trainer des Tabellenzweiten TuS Asemissen. Einen (TuS Lipperreihe), respektive zwei Zähler Vorsprung (VfL Lüerdissen) haben sich die Westlipper erarbeitet. Als Ziel gibt Böttcher aus, "unter die ersten Fünf kommen." Er warnt: "Unsere Spielweise ist die Offensive, wir dürfen aber die Defensive nicht vergessen. Da", so fordert er, "müssen wir noch dran arbeiten, um auch mal enge Spiele über die Runden zu bringen." Beim Jäger aus Lipperreihe war Stühlerücken in der Vorrunde angesagt. Chefcoach Uwe Hohnhold und Manager Frank Gernhuber haben den Verein verlassen. Frank Fulland und Timo Kapale sind die neuen Trainer. Letzterer zur Zielsetzung: "Wir gehen die Rückrunde mit dem nötigen Spaß, aber auch Ernsthaftigkeit an. Wir wollen so viele Punkte wie möglich einfahren, aber sicherlich auch mal das eine oder andere ausprobieren, um die jungen Winterzugänge zu integrieren." Im Verfolgerfeld befinden sich auch die Lemgoer-Teams VfL Lüerdissen und SG Hörstmar/Lieme. VfL-Coach Willi Wollbrink wünscht sich eine Platzierung unter den ersten vier Teams. Nach der guten Vorbereitung mit einem 2:2 in Oetinghausen und einem 5:1 bei SuS Pivitsheide ist die Brust bei den Lüerdissern weiter gewachsen. Ganz nach dem Geschmack von Wollbrink ist auch, dass "Tim Krüger sich schon gut integriert hat, so dass wir positiv in die Rückrunde gehen," ist der Optimismus aktuell Trumpf beim Team aus dem Waldstadion. Pape fehlt Don/Voß Mit der SG Bentorf/Hohenhausen, dem TuS Sonneborn und dem TBV Lemgo II gibt es das überschaubare Mittelfeld in der Lemgoer A-Klasse. Ab Rang neun und dem TuS Helpup beginnt der aufmerksame Blick Richtung Tabellenkeller. 16 Punkte hat der Aufsteiger auf der Habenseite, was einen sieben Punkte-Vorsprung vor dem Abstiegsrang zur Folge hat. Es folgen der TuS Brake (15 Punkte), Leopoldshöhe und der TSV Kirchheide (beide 14) sowie der FC Donop-Voßheide (13) auf den weiteren Rängen. FC-Coach Mario Gottschalk freut sich, dass "die Jungs eifrig dabei sind." Nicht mehr an Bord ist dagegen Lennart Pape, "ein erfahrener und enorm wichtiger Spieler im Abstiegskampf", wie er findet. "Das sollte uns aber nicht daran hindern, unser Ziel Klassenerhalt zu schaffen," ist der ehemalige FC-Frauentrainer überzeugt, dass dieser Verlust ausreichend kompensiert werden kann. Mögliche Erfolgsfaktoren: "Eine stabile Defensive und eine mannschaftliche Geschlossenheit." Schwierige Vorbereitung für FCO und UK Einen rettenden Rang belegt FC Oberes Extertal, die zwei Punkte mehr als FC Unteres Kalletal auf der Habenseite haben, zugleich jedoch auch eine Partie mehr in der Hinterhand. Der zu Saisonbeginn gekommene Trainer Mike Winkler weiß: "Klar erwarte ich von der Mannschaft, dass sie die aktuelle Situation annimmt, die da heißt: Abstiegskampf." Nicht wunschgemäß verlief die bisherige Vorbereitung, da es durch Verletzungen, Krankheiten und Urlaub immer wieder Ausfälle zu verkraften gab. "Daher," gibt Winkler zu, "bin ich gedämpft optimistisch und möchte keine Prognose wagen." Klare Worte wählt FCUK-Cheftrainer Andre Gottschalk: "Es läuft alles nicht so optimal. Wir haben eine ganz schlechte Wintervorbereitung gehabt." Auf einem provisorisch anmutenden Ascheplatz musste ebenso geübt werden, wie bei zu kurzen Hallenzeiten in Langenholzhausen. Ein Fitnesstrainer hat Kraft- und Ausdauereinheiten mit den Jungs trainiert. Die spielerischen Defizite wurden jedoch nicht zielgerichtet angegangen. Big Points erhofft sich Andre Gottschalk mit Siegen in den direkten Duellen gegen die Abstiegskonkurrenz demnächst. FC SSW: Mit Siegesserie soll nach Strohhalm gegriffen werden Neben den Kalletalern müsste nach dem aktuellen Stand auch der Aufsteiger FC Schwelentrup-Spork/Wendlinghausen den bitteren Gang in die B-Klasse antreten. Fünf Punkte nach 14 Begegnungen sind eine magere Bilanz für die Kettern-Kicker. Andreas Riepe vom FC SSW schätzt realistisch ein, dass "mit unserem Rückstand als Tabellenletzter, die Trauben für die Rückrunde natürlich schon sehr hoch hängen." Die Erwartungen sind folglich gedämpft. Um den letzten Strohhalm tatsächlich zu greifen, ist eine Siegesserie der Dörentruper unbedingt erforderlich. Eine echte Herkulesaufgabe, zumal mit Christian Philipps (zurück zum RSV Barntrup) und Fabian Dümpe (Sehnenentzündung im Fuß) zwei wichtige Offensivspieler fehlen. Trotz vieler Variable ist für Riepe klar: "Eine Steigerung gegenüber der Hinrunde wollen wir aber natürlich auf jeden Fall schaffen."

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