1. Drei Betten, drei Paare
und zwei Störenfriede

    "Schlafzimmergäste" des Statt-Theaters kam bestens an

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    Bad Salzuflen (go). Recht intime Einblicke in die Schlafzimmer dreier Paare erhielt das Publikum bei der Premiere des Statt-Theaters mit der Komödie "Schlafzimmergäste" von Alan Ayckbourn in der Gelben Schule.

    Drei Ehebetten stehen nebeneinander auf der Bühne, der Lichtspot ist immer auf das Bett gerichtet, in dem gerade etwas passiert. Paar Nummer eins, Delia (Ute Küstermann) und Ernest (Rolf Kramer), ein nicht mehr ganz junges Ehepaar, feiert Hochzeitstag. Alles ist akkurat, die Kissenbezüge haben weiße Spitzen. Das "Verwegenste" für die beiden ist, im Bett zu nächtlicher Stunde noch ein Toastbrot mit Sardellen zu verspeisen. Gleich daneben sieht der Zuschauer das Bett von Paar Nummer zwei: Kate (Fritze Wendel-Balzereit) und Malcolm (Christoph Klinkert). Hier ist alles in Unordnung, das Bett gleicht mit Schuhen, Zeitschriften und Getränkedosen einer Rumpelkammer. Das dritte Bett gehört Jane (Isabel Buchholz) und Nick (Ditchen Beckmann). Er verlässt das Bett überhaupt nicht, denn er hat Hexenschuss. Seine unternehmungslustige Freundin Jane hat wenig Mitleid mit ihm, stattdessen brezelt sie sich lieber auf, um alleine auf die Einweihungsparty von Kate und Malcolm zu gehen. Und nun kommt Paar Nummer vier ins Spiel, die "Schlafzimmergäste" Susannah (Sabine Baumgarten) und Trevor (Henrik van Gellekom). Auch sie sind auf die Einweihungsparty eingeladen. Zwischen Trevor und der offensichtlich etwas verpeilten Susannah kriselt es. Trevor nähert sich auf der Party seiner Verflossenen, Jane, und Susannah erwischt die beiden knutschend im Schlafzimmer. Nun nimmt das Stück Fahrt auf und der Spot zwischen den drei Schlafzimmern wechselt immer schneller hin und her. Susannah sucht Trost und schneit noch in der Nacht bei Trevors Eltern, Delia und Ernest, hinein. Trevor selbst will alles wieder gut machen und sucht das Gespräch mit Nick. Und die beiden Störenfriede verabreden sich später, in den frühen Morgenstunden, zwecks Versöhnung noch bei Kate und Malcolm… Die acht Akteure machen ihre Sache fabelhaft. Ditchen Beckmann ist das perfekte "Weichei", Rolf Kramer der nette, etwas zu angepasste Ehemann, Isabel Buchholz die vor Selbstbewusstsein strotzende resolute, junge Frau und die Schlafzimmergäste, Henrik van Gellekom und Sabine Baumgarten, sind als nervtötende Störenfriede einfach grandios. Keine Minute wird es langweilig, Einblicke in die verschiedenen Schlafzimmer zu erhalten. Außer mit Lachen und Applaudieren ist man als Zuschauer mit der Frage beschäftigt, welches Paar man am sympathischsten findet und welches Beziehungsmuster einem bekannt vorkommt. Fazit: Dieser Theaterabend hat so richtig Spaß gemacht. Karten gibt es nur noch für einige Vorstellungen im April. Näheres unter www. statttheater.com.

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