WUNSTORF (tau). Der Netzbetreiber Avacon AG und die Bäderbetriebe Wunstorf GmbH gehen gemeinsame Wege und gründen zum 1. Januar 2017 eine neue Stromnetzgesellschaft. Die entsprechenden Verträge, die eine Laufzeit von 15 Jahren haben, sind am Montag im Rathaus unterzeichnet worden. Der Geschäftsführer der Bäderbetriebe, Andreas Saars, wird die neue Stromnetzverwaltungsgesellschaft Wunstorf GmbH & Co. KG leiten. "Durch eine intensive Zusammenarbeit wollen wir die bestehenden partnerschaftlichen Beziehungen noch vertiefen und weiter ausbauen", erklärte Avacon-Vorstand Michael Söhlke. Er betonte auch, dass man die Stadt beim Aufbau von Kompetenzen im Bereich des Stromnetzbetriebs vor allem mit eigenem Fachwissen unterstützen werde.
Dabei profitiere die Stadt nicht nur von der langjährigen Erfahrung der Avacon AG in der Energiewirtschaft, sondern behalte auch für die Zukunft alle Optionen in der Hand, ergänzte Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt. Er schilderte aus seiner Sicht die Entstehungsgeschichte der Idee, die Energieversorgung wieder in kommunale Hände zu nehmen. Für Rat und Verwaltung sei es wichtig gewesen, durch den Erwerb des Stromnetzes, Vermögen für die Stadt zu schaffen und vor allem Einflussmöglichkeiten zu gewinnen. "Es war ein langer Weg, den wir zum Wohle der Wunstorfer Bürgerinnen und Bürger erfolgreich abgeschlossen haben, ohne Risiken eingehen zu müssen. Gemeinsam werden wir eine zukunftsweisende und sichere Stromversorgung für die Stadt sicherstellen", so Eberhardt. Der Stadtrat hatte sich Mitte des letzten Jahres mehrheitlich zugunsten eines Kooperationsmodels entschieden. In diesem Modell tritt Avacon als strategischer Partner auf. In der neuen Gesellschaft halten die städtischen Bäderbetriebe 51 Prozent der Anteile, die Avacon AG als bisherige Eigentümerin des Netzes 49 Prozent. Das Geschäftsmodell sieht vor, dass die Gesellschaft nach Kauf des Stromnetzes dieses an Avacon zurück verpachtet. Welche Summen dabei zwischen Stadt und Avacon fließen, wollten die Beteiligten nicht sagen. Nur soviel: "Für den Endverbraucher werden sich keine Änderungen ergeben." Foto: tau
