1. Treffpunkt für Mädchen

    Jugendcafé"Girlspoint" blickt auf 10 Jahre zurück

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    Detmold (ck). Die Sprottauer Straße 3 ist wie ein zweites Zuhause für junge Mädchen im Alter von 12 bis 21 Jahren aus 17 Nationen. Seit 10 Jahren gilt hier im Café"Girlspoint": Gemeinsam statt einsam!

    Leiterin Maria Koop erzählt: Ganz am Anfang stand die Idee, Mädchen in den Asylheimen der Detmolder Innenstadt zu besuchen und kennenzulernen. Sehr schnell wurde aber klar, dass gerade diese Mädchen eine Anlaufstelle brauchen, in der sie sich zusammentun, sich austauschen und eine ganzheitliche Förderung ihrer Entwicklung genießen können. "Durch die persönliche Begleitung, die rückhaltbietende Unterstützung und die vertrauensfördernde Brückenfunktion der Mitarbeiterinnen soll der ganzheitliche soziale Ausgleich für zugewanderte, bildungsferne, sozial schwache und anderweitig diskriminierte Mädchen gefördert werden", so die Visionen des "Girlspoint". Finanziert wird das Jugendcafé aus privaten Spenden und von Kirchengemeinden. Geöffnet ist der "Girlspoint" freitags von 17 bis 21 Uhr. Insgesamt sieben ehrenamtliche Betreuerinnen sind für die Mädchen da. "Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie die älteren Mädchen des Girlspoint uns unterstützen und Verantwortung übernehmen", so Koop und Dück, die versuchen, so etwas wie große Schwestern für die Mädchen zu sein. "Schön ist es zu erleben, wie aus Ehemaligen Kollegen werden", sagt Koop. Beeindruckend war die deutsch-kurdische Kooperation von Seda und Luise, die eine Weihnachtsfeier auf die Beine gestellt haben, die alle begeistert hat. Ein Drei-Gänge-Menü, ein Weihnachtsbaum, ein von allen Mädchen selbst gebackenes russisches Gebäck und kleine Geschenke vom Girlspoint machten den Abend perfekt. Seda und Luise resümieren: "Es ging uns ums Zusammensein und nicht um die Religion", denn viele der Mädchen sind Muslime, die zu Hause kein Weihnachtsfest begehen. Das freitägliche Treffen hat seine Regeln. "An erster Stelle steht der gegenseitige Respekt, es wird niemand beleidigt oder ausgelacht", erzählt Koop. Die Mädchen haben die Regeln gemeinsam erarbeitet und sich auch darauf geeinigt, dass keine Drogen, Alkohol oder Jungs ins Café gehören. Zu Beginn werden gemeinsam Lebensmittel eingekauft, danach wird gekocht und gegessen. Die Räume haben die Mädchen selber dekoriert und ansprechend gestaltet. "Wir räumen auch abends zusammen alles wieder auf", erzählt Dück. Auch die Betreuer kommen manchmal an ihre Grenzen und brauchen Unterstützung. Im Café müssen sie sich mit ungewollten Schwangerschaften der Mädchen, Todesfällen in den Familien, Suiziden, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Schulproblemen, Hausaufgabenhilfe, Liebeskummer und vielem mehr auseinandersetzen. Maria Koop ist dankbar, in Detmold viele kompetente Ansprechpartner zu haben: Ihnen stehen das Jugendamt und die Stadt Detmold als Kooperationspartner zur Seite, außerdem arbeiten sie mit den evangelischen Freikirchen in Lippe, dem Lions-Club Detmold, dem Weißen Ring und diversen Beratungsstellen zusammen. "Gleichzeitig haben wir uns auch fortgebildet bei einer Psychologin in Paderborn", erzählt Maria Koop, die hauptberuflich als Gestalterin für visuelles Marketing tätig ist. "Die letzten 10 Jahre haben Spuren hinterlassen", erzählen Maria Koop und ihre Kollegin, Jessica Dück (Studentin der sozialen Arbeit). Anhand eines Kalenders, der zum 10-jährigen Bestehen erschienen ist, lassen sich diese wunderbar nachverfolgen. Da werden Freud und Leid dokumentiert, Ausgelassenheit, Lebensfreude, zerplatzte Träume und Visionen, Spiel und Spaß, Ausflüge und Feiern – kurz: das Leben von jungen Mädchen mit allen Höhen und Tiefen.

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