LAUENAU (al). Die vielen Namen der Gefallenen und Vermissten im Zweiten Weltkrieg, die in der Lauenauer Gedenkstätte auf hölzernen Tafeln genannt werden, haben zumindest teilweise ein Gesicht erhalten. Was noch im vergangenen Herbst zunächst als Provisorium an Stellwänden montiert war, ist seit einiger Zeit endgültig an seinen richtigen Platz gelangt. Mehr als 70 Jahre nach Kriegsende lassen sich nun auf stabilem Plexiglas in den Konturen Mitteleuropas und Amerikas sowie Osteuropas und Asiens Orte nachlesen, in denen junge Lauenauer Männer ihr Leben lassen mussten. Einige sind sogar als Porträt abgebildet. Manche Schicksale erschließen sich auf besondere Weise: So ist Walter Kunde vor Amerika bei einem Schiffsunglück ertrunken. Karl Frede wurde auf Kreta tödlich verwundet. Die Fleißarbeit, Bilder zu sammeln und die beiden Tafeln zu beschriften, haben Sabine Titze-Dölz und ihr Mann Michael Dölz erledigt. Eigentlich hatte die Initiatorin zuvor überhaupt keinen Bezug zur Gedenkstätte und der dort genannten Namen. Allerdings weiß sie aus ihrer weitläufigen Verwandtschaft von einigen Soldatenschicksalen. Aber das Unpersönliche, das der kleine Rundbau hoch über dem Ort bislang ausstrahlte, wollte sie mit ihrer Aktion beenden. "Das ist ihr gut gelungen", befand Bürgermeister Wilfried Mundt, als er sich jetzt von Titze-Dölz den Werdegang der Tafeln erläutern ließ. Zwar waren sie rechtzeitig vor dem Volkstrauertag bereits angebracht und mit Efeuranken dekoriert worden. Doch die damalige regnerische Witterung verlangte die Verlegung der Feierstunde in die St. Lukas-Kirche. So haben bislang nur wenige Spaziergänger und Zufallsbesucher der kleinen Parkanlage die Ergänzung der Gedenkstätte gesehen.
Unterstützt wurde die Initiative unter anderem durch den Lauenauer Heyno Garbe sowie durch den Heimat- und Museumsverein und dessen Vorsitzenden Jürgen Schröder. Dieser hatte etliche Bilder aus dem Museumsarchiv zur Verfügung stellen können.