Oerlinghausen (kd). "Niklas" und "Zeljko" haben die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Oerlinghausen im vergangenen Jahr kräftig in Atem gehalten. Allein diese beiden Sturmtiefs sowie ein massiver Regen in der Südstadt verursachten mehr als 50 Einsätze. Unwetter sind für die 101 Aktiven immer öfter Anlass zum Ausrücken. Wehrführer Thomas Kronshage berichtete bei der Jahresversammlung in der Aula des Niklas-Luhmann-Gymnasiums, dass der Ernstfall häufiger eingetreten ist. 2014 wurden die Wehrleute 121 Mal zu Hilfe gerufen, im vergangenen Jahr gab es schon 147 Einsätze. 48 davon, also nur etwa ein Drittel, galten der Brandbekämpfung. Hier blieb der Anteil nahezu unverändert. Die sogenannten technischen Hilfeleistungen nach Verkehrsunfällen sowie bei Sturm- und Wasserschäden stiegen hingegen von 69 (2014) auf 90. Auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Manfred Behrens berichtete von einem ähnlichen Trend in ganz Lippe. "Ich kann bestätigen, dass die Unwetter auch bei uns ankommen", sagte er. Den Oerlinghausern machte er ein großes Kompliment für ihre Unterstützung bei einem Großbrand in Barntrup. "Ihr habt einen Super-Job gemacht", sagte Behrens. "Es ist schon beachtlich, wie genau die Werte waren, die der ABC-Zug dort gemessen hat." Bürgermeister Dirk Becker schloss sich dem Lob an. In der Öffentlichkeit sei viel zu wenig bekannt, wie viel Aufwand erforderlich sei, um ständig einsatzfähig und gut ausgebildet zu sein. Mehr als doppelt so viel Zeit wendeten die Aktiven im vorigen Jahr für die Aus- und Fortbildung auf. "Angesichts dieser Leistung kann sich jedes Unternehmen ein Beispiel nehmen", sagte Becker und verwies darauf, dass die gesamte Feuerwehrarbeit ehrenamtlich geleistet werde. In Kürze wird die Rettungswache neben die Feuerwache verlegt, die bei dieser Gelegenheit erweitert wird. Die Finanzmittel hat der Rat dafür bereit gestellt, sagte Becker. Die Feuerwehr erhalte dann den dringend benötigten Platz, es gebe bessere Umkleidemöglichkeiten und einen neuen Raum für die Jugendwehr. Derzeit gehören 39 Jungen und zehn Mädchen zur Jugendabteilung, berichtete Christoph Reuter. Das Interesse ist so groß, dass in Oerlinghausen nach wie vor eine Warteliste besteht. "Durch den langen Schulunterricht wird es für Kinder aber immer schwieriger, an unseren Aktivitäten teilzunehmen", sagte Reuter. "Hier kommt noch ein Problem auf uns zu." Nachdem sich in Oerlinghausen lange Zeit keine schweren Unfälle ereignet haben, mussten die Feuerwehrleute im vergangenen Jahr drei Mal Schwerverletzte und Todesopfer bergen. "Zur Nachbesprechung haben wir einen Notfallseelsorger geholt", berichtete Wehrführer Kronshage. "Das war einfach notwendig. Es ist zum Teil eine große psychische Belastung, zumal wir ja rein ehrenamtlich tätig sind." Nach erfolgreich abgelegten Prüfungen wurden befördert: Laura Jyss, Leon Hantke, Lukas Gerwert, Jan Heienbrok, Lukas Hoppe, Kai Fabian Witte, Franziska Saßmannshausen, Sarah Jose, Julian Stoll, Miriam Mattern, Marvin Leppmeier, Katrin Büschemann, Kevin Anderson, Kai Stotzka, Florian Hölz, Florian Kretschmer, Jonas Kretschmer, Maximilian Hanning, Tobias Stölting, Katharina Köster und Matthias Bracht. Im Auftrag des Innenministers ehrte Bürgermeister Becker Hans-Georg Strate und Michael Sielemann für 25jährige Mitgliedschaft, Bernd Kuhlmann für 35jährige Zugehörigkeit zur Feuerwehr. Alfred Kuhlmann und Erich Lange wurden für 45 bzw. 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Nachdem Mattias Bracht zum stellvertretenden Wehrführer der Gesamtwehr ernannt worden ist, hat der Löschzug Helpup eine neue Leitung erhalten. Michael Sielemann wurde zum Löschzugführer und Alexander Wagner zu seinem Stellvertreter ernannt.
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Unwetter wird zum Ernstfall
Immer häufiger wird die Oerlinghauser Wehr bei Sturm- und Wasserschäden gerufen
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