"Mit Ruhm hat sich niemand bekleckert", sagt Horst Hirschler, Abt des Klosters Loccum, und meint damit sowohl die Klosterherren, die zur Zeit der Prozesse lebten, als auch die Menschen aus den Dörfern des Stiftsbezirks, die Anzeige erstatteten. Die Geschichte jener Prozesse rollte Hirschler bereits in den 1970er Jahren wieder auf, als er im Kloster die alten Prozess-Akten entdeckte und einen Aufsatz dazu schrieb. In den folgenden Jahrzehnten ist das Thema in und um Loccum immer wieder aufgegriffen worden und manches Mal wurde auch der Wunsch an das Kloster herangetragen, eine Form des Gedenkens an die in den Jahren 1581 bis 1660 verurteilten, hingerichteten oder während der Haft gestorbenen 29 Frauen und Männer zu errichten. Das geschah schließlich im Dezember 2015 mit einer Gedenktafel im Kloster wie auch mit der Benennung eines Wirtschaftsweges in "Gesche-Köllars-Weg". Gesche Köllars ist die letzte der Verurteilten gewesen, die zum "Hexenbrennplatz" geschafft und dort hingerichtet wurden. Der Weg, der nun nach ihr benannt ist, führt direkt zu der Hinrichtungsstätte. Der dritte Teil des Gedenkens ist die Publikation, die Hirschler gemeinsam mit Ludolf Ulrich, einem Mitglied des Kloster-Konvents, geschrieben hat. Hirschlers Aufsatz ist darin ebenso enthalten wie eine Zusammenfassung der Dissertation von Peter Beer zu den Hexen-Prozessen im Kloster Loccum. Neu aufgenommen in die zweite Auflage wurde die Liturgie der Hora anlässlich der Enthüllung der Gedenktafel, in der es heißt: "Wir nennen ihre Namen. Und möchten ihnen damit die Würde zurückgeben, die ihnen in den Prozessen hier im Stiftsbezirk des Klosters genommen wurde. In Demut sehen wir, welche Irrwege Theologie und Kirche gehen können und gegangen sind, welches Unrecht angerichtet wurde von Menschen an Menschen." Die Publikation "Hexenwahn und Hexenprozesse im Stiftsbezirk Loccum (1581-1660)" ist in der Klosterpforte im Torhaus des Klosters Loccum zum Preis von drei Euro erhältlich. Die Klosterpforte ist montags, mittwochs und freitags, 10 bis 12 Uhr, sowie mittwochs, 14 bis 17 Uhr, geöffnet und unter der Nummer (0 57 66) 94 15 75 erreichbar.Foto: jan
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Eine unrühmliche Vergangenheit
Publikation zu Hexen-Prozessen im Kloster Loccum ist in zweiter Auflage erschienen
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