1. Die Sparkasse Lemgo spart

    Geplante Filialschließungen stehen in der Kritik

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    Lemgo (ag). Die sinkenden Gewinne der Sparkasse Lemgo, die der Niedrigzinssituation geschuldet sind, haben die Verantwortlichen dazu veranlasst, die Sachkosten zu senken – Filialschließungen anzukündigen. Immer weniger Kunden suchen die Filialstandorte auf. 2015 wurde der Internetauftritt der Sparkasse weiter ausgebaut und eine deutliche Steigerung bei der Nutzung Online-Angebote verzeichnet. Inzwischen führen bereits 54 Prozent der Kunden ihr Girokonto online, wie die Bank vermeldet.

    Die Parteienlandschaft der Stadt Lemgo ist sich weitgehend einig, was die vorgesehene ersatzlose Schließung von Filialen in Ortsteilen wie Kirchheide betrifft und möchte das Thema in der nächsten Ratssitzung am Montag, 22. Februar, um 18 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses diskutieren. "Bedenklich", findet die Grüne Fraktion die angekündigten Schließungen: "Die Versorgung des ländlichen Raumes mit ortsnahen Basisdienstleistungen wird weiter geschwächt. Gerade ältere Mitbürger sind auf eine Vor-Ort-Versorgung angewiesen." Die FDP-Fraktion möchte wissen, welches Konzept den Filialschließungen zugrunde liegt und ob die Filiale in Kirchheide nicht zumindest als SB-Filiale fortgeführt werden kann. Dass es nicht bei dem Abzug der Sparkassenfiliale bleibt, sondern "weitere Anbieter folgen und sich zwangsläufig das enttäuschende Gefühl allein gelassen zu werden verbreitet", befürchtet die SPD-Fraktion. Auch die GfL-Fraktion sieht die Sparkasse in der Pflicht: Selbstverständlich müsse die Sparkasse auf verändertes Kundenverhalten reagieren oder könne es im Bereich des Online-Bankings ausdrücklich befördern, sie müsse aber auch ihrem gesetzlichen Auftrag gemäß verhindern, dass die ‚geld- und kreditwirtschaftliche Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft’ in ihrem Geschäftsgebiet für ganze Gruppen drastisch eingeschränkt wird. Die CDU-Fraktion wollte sich zu dem Thema bisher nicht äußern und wartet die Stellungnahme des Verwaltungsrates und des Vorstandes der Sparkasse im Rat ab. Horst Selbach, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Lemgo, blickte vor einem Monat bei einem Pressegespräch gemeinsam mit Bernd Dabrock, stellvertretendem Vorstandsvorsitzenden, und Vorstandsmitglied Klaus Drücker auf ein "zufriedenstellendes Sparkassen-Geschäftsjahr" zurück. "In einem sehr schwierigen Umfeld haben wir uns erfolgreich behauptet. Mit einem Betriebsergebnis von 1,15 Prozent der Durchschnittsbilanzsumme liegen wir unter dem Vorjahreswert, aber leicht über dem Schnitt der Sparkassen in Westfalen-Lippe", bilanzierte Selbach das vergangene Jahr bei dem Pressegespräch. Die Durchschnittsbilanzsumme der Sparkasse Lemgo steigerte sich um 1,3 Prozentpunkte auf 2,901 Milliarden Euro. Damit belegt das Kreditinstitut Platz 12 von 69 Sparkassen im Verbandsgebiet (das ist Platz vier in Ostwestfalen-Lippe). Doch Selbach gab schon im Januar dieses Jahres zu bedenken: "Die immer umfangreicher werdenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen und die quasi abgeschafften Zinsen sorgen weiterhin für große Herausforderungen". Der Leitzinssatz befindet sich mit 0,05 Prozent weiterhin auf einem historischen Tiefststand.

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