WUNSTORF (gi). Nachdem vermeintliche Betrüger mit den sogenannten "Kaffeefahrten" momentan einen Bogen um Wunstorf machen, wird zumindest mit einer hier noch weitgehend unbekannten Masche versucht "Kasse" zu machen. "Ein Mitarbeiter von Microsoft beziehungsweise von dessen Betriebssystem ‚Windows‘ meldet sich dabei telefonisch bei seinen ‚Kunden‘ und gibt an, sofort und persönlich gleich am Telefon einige Fehler im System beheben zu wollen", sagt der Kontaktbeamte des hiesigen Polizeikommissariates, Ralf Möllmann. Im aktuellen Fall vom vergangenen Montag erfragte er dazu persönliche Daten der Kunden, Telefonnummer und E-Mail-Anschrift inklusive der Kreditkartendaten, die ihm in dem Fall auch übermittelt wurden. Der vermeintliche Kunde war sich seiner so sicher, einen Mitarbeiter von Microsoft/Windows in der Leitung zu haben, dass er dem Anrufer den Fernzugriff auf seinen Computer, und damit auch auf alle persönlichen Daten, gestattete. Für die Leistung des Anrufers war er auch bereit zu zahlen, was aber nur (und zum Glück) am fehlenden Passwort für die Kreditkarte scheiterte. Daraufhin wollte sich der Anrufer am nächsten Tag erneut melden. Als ihm das etwas später dann doch "etwas komisch" vorkam, stellte er fest, dass versucht worden war, über "Western Union" 200 Euro zu transferieren, was aber mit einem Anruf bei der Hausbank gestoppt werden konnte. In einem anderen Fall von vergangener Woche versuchte zunächst eine Frau in englischer Sprache, die Angerufene davon zu überzeugen, auf eine "spezielle" Internetseite von Microsoft zu gehen, um ihr dann bei der Lösung von Problemen zu helfen. Wegen zahlreicher Rückfragen gab die Anruferin schließlich an einen Mann weiter, der auch englisch und mit einem Dialekt sprach. Weil die Angerufene zu dem Zeitpunkt tatsächlich Probleme mit ihrem Computer hatte (Windows 8), wurde das Gespräch erst nach rund zehn Minuten beendet, nachdem der Ehemann der Angerufenen sich in das Gespräch einmischte. Hier entstand kein Schaden. Die Angerufene konnte sich noch die Telefonnummer notieren (00852...), die allem Anschein nach aus Hongkong gekommen ist. Im Hintergrund seien noch andere Stimmen zu hören gewesen, es könnte sich dabei um eines dieser sogenannten Callcenter handeln, die einzig und allein für Betrügereien genutzt werden. Fazit: "Seien Sie vorsichtig im Umgang mit Ihren persönlichen Daten, niemand, den Sie nicht selbst beauftragt haben, eine ganz bestimmte Leistung für Sie zu erbringen, benötigt Zugriff auf Ihren Computer", berichtet Möllmann. Übrigens waren beide Angerufenen um die 40 Jahre alt. Jeder sollte gewarnt sein, wenn jemand auf Bezahlung zum Beispiel mittels Western Union oder pay-safe besteht. Denn, obwohl es sich um ein gebräuchliches Bezahlverfahren handelt: dieses Geld lässt sich nicht mehr zurückholen. Es sollten lieber Zahlsysteme wie paypal und andere genutzt werden. Weitere Infos zum Thema Internetsicherheit erhalten Sie auf den Internetseiten der Polizei Niedersachsen, Stichwort Internetkriminalität. Foto: gi
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Polizei rät zur Achtsamkeit im Umgang mit persönlichen Daten
Angeblicher "Microsoft-Kundendienst" will Fehler im System beheben / Fernzugriff verhindern
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