1. Stadt möchte den Einzelhandel stärken

    Zusammenlegungen sollen größere Ladenflächen in der Innenstadt schaffen

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    Detmold (ab). Der Einzelhandel im historischen Stadtkern soll gestärkt werden. Gemeinsam mit allen wesentlichen Akteuren – Händler, Eigentümer und Kunden – soll ein Konzept zur Zukunftsfähigkeit entwickelt werden, das ganz konkrete Maßnahmen enthält.

    Über 400 Denkmäler gibt es in der Stadt, da sei ein funktionierender Einzelhandel für den Fortbestand der Gebäude wichtig, betonte Baudezernent Bernd Zimmermann. Aber dafür müssen die Umsätze stimmen, die Kunden müssen in der Stadt einkaufen. Konkurrenz durch Online-Handel oder benachbarte Kommunen ist groß. Zudem ist Detmolds Innenstadt kleinteilig strukturiert; es stehen keine großen Verkaufsflächen zur Verfügung (etwa für große Modehäuser). Eine Lösung könnte darin liegen, Verkaufsflächen mehrerer Gebäude zusammenzufassen. Klar ist: "Die Stadt allein wird das Problem nicht lösen können", daher wolle man mit Eigentümern und Einzelhändlern kooperieren. Natürlich werde man nicht alle an einen Tisch bekommen. Manche Immobilien gehören mehreren Personen oder gar Fondsgesellschaften. Daher wolle man sich auf Schlüsselimmobilien konzentrieren, so Zimmermann weiter. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müsse das Einkaufen zum Erlebnis werden und Aspekte wie das schöne (historische) Ambiente betont werden. GMA betreut das Projekt Die "Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung" (GMA) wurde beauftragt, den Prozess zu begleiten und ein Konzept zu erarbeiten. "Die Ausgangssituation ist sehr gut, aber nicht einfach", meint Birgitt Wachs, Büroleiterin der GMA in Köln. Sie hatte bereits 2010 das damalige Zentren-Konzept für Detmold mitentwickelt. Punkte von damals wurden bereits positiv umgesetzt: Das ehemalige Hertie-Gebäude wurde gut entwickelt und am Hasselter Platz entsteht der von vielen lang ersehnte Lebensmittelmarkt. Andere Forderungen, auch aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek), seien zwar berechtigt, aber zu weit gefasst: Erhöhung des Branchenmix, einheitliche Öffnungszeiten und die Stärkung des Stadtmarketings, um nur einige zu nennen. "Wir wollen nicht nur Papier produzieren", betont Zimmermann. Am Ende soll es einen Katalog mit konkreten Maßnahmen geben, die über Pilotprojekte umgesetzt werden. Die können ein Anschub sein, aus dem sich mehr entwickelt. Auch Passanten werden befragt Am Anfang steht die Analyse. So sollen Frequenzzahlen ermittelt werden, um zu wissen, wo in der Stadt zu welcher Zeit wie viele Personen durchschnittlich unterwegs sind. Dafür wird die Stadt gedanklich in verschiedene Lagen eingeteilt, für die dann jeweils passende Handlungsoptionen erarbeitet werden sollen. Außerdem sollen Passanten nach ihren Wünschen in Sachen Einzelhandel befragt werden. Auch die Mieten kommen auf den Prüfstand. "Das alles findet nicht hinter verschlossenen Türen statt", betont Wachs. In Schlüsselgesprächen mit Maklern, Sparkasse, Einzelhändlern und Eigentümern sollen geklärt werden, wo die Knackpunkte liegen. In zwei Werkstattgespräche werden das Einzelhandelsangebot und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen untersucht. Daraus soll eine feste Arbeitsgruppe von bis zu 25 Personen entstehen. Zum Auftakt findet am 1. März eine Infoveranstaltung für die Öffentlichkeit statt. Genaueres zum Termin wird noch bekannt gegeben. Ende 2016, Anfang 2017 soll das Ergebnis vorliegen, dann geht es an die Umsetzung. Als Isek-Maßnahme gibt es dafür Fördermittel des Landes.

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