Horn-Bad Meinberg. Die vom Land betriebenen Notunterkünfte für Flüchtlinge in Horn-Bad Meinberg sind Ende Januar geschlossen worden. Seit dem 1. Februar ist die Stadt daher wieder verpflichtet, selbst Flüchtlinge aufzunehmen – pro Woche rechnet die Verwaltung mit bis zu 20 Neuankömmlingen, für die nun schnellstens neue Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden müssen. Über die verschiedenen Optionen diskutiert am Montag der Ausschuss für Schule und Soziales.
Im Juli 2015 hatte die Bezirksregierung Arnsberg das ehemalige Hotel "Zur Linde" i,m Stadtteil Billerbeck als Erstaufnahmeeinrichtung angemietet. Rund 200 Flüchtlinge waren dort in den vergangenen Monaten jeweils für einige Tage untergebracht, bevor sie auf die Kommunen verteilt wurden. Zusätzlich bot die Jugendherberge in Horn von Oktober bis Ende Januar etwa 125 Asylbewerbern ein Obdach. In diesem Zeitraum war die Stadt von der Zuweisung asylbegehrender Flüchtlinge freigestellt. Nun hat Horn-Bad Meinberg einiges nachzuholen: Nach Auskunft der – für die Zuweisung von Flüchtlingen in NRW zuständigen – Bezirksregierung Arnsberg muss die Stadt in diesem Jahr bis zu 500 Flüchtlinge aufnehmen. Wöchentlich seit mit 18 bis 20 Zuweisungen zu rechnen, um das Aufnahmesoll abzubauen. Mit Hochdruck arbeitet die Verwaltung an weiteren Unterbringungsmöglichkeiten. Aktuell leben 164 Asylsuchende in 4 Übergangswohneinrichtungen, in angemieten Wohnungen sowie in Pensionen. Ende Januar sind bereits 25 Personen aus den Horn-Bad Meinberger Landeseinrichtungen in den "Quellenhof" in Bad Meinberg gezogen, den die Stadt im Dezember ersteigert hat. Die übrigen 35 Plätze werden voraussichtlich noch vor Monatsende belegt sein. Als schnelle Zwischenlösung überlegt die Stadt nun – zumindest vorübergehend – das wieder leerstehende Hotel "Zur Linde" anzumieten. Nach Abstimmung mit der Bauaufsicht und dem Brandschutz können in diesem Gebäude ebenfalls bis zu 60 Personen untergebracht werden. Darüber hinaus erwägt die Stadt, nach dem Vorbilder der Genmeiden Schlangen und Augustdorf, einstöckige Mobilheime aufzustellen. 20 Häuser an 2 Standorten im Stadtteil Horn böten Platz für weitere 120 Flüchtlinge. Auch der Erwerb einer weiteren Pension steht zur Debatte. Das Gebäude mit 60 Schlafplätzen sei "substanziell gut geeignet" und würde das Übergangswohnheim in der Gartenstraße ersetzen. Sollten diese Plätze nicht ausreichen, könnten auch die Turmschule, ehemalige Lager- oder Produktionshallen in Gewerbegebieten oder die Liegenschaft der Landesforstverwaltung am Mönkeberg als Wohnheime herangezogen werden. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Rathaussaal, interessierte Zuhörer sind willkommen.