Oerlinghausen/Leopoldshöhe. Für ihre neue Heizung und den Einbau von Lüftungsanlagen können Haus- und Wohnungseigentümer ab 2016 höhere staatliche Förderungen von der KfW bekommen – und damit zugleich den Fördersatz auch für alle anderen Maßnahmen erhöhen. 15 statt 10 Prozent der Kosten, maximal jedoch 7.500 Euro pro Wohneinheit, sind dann als reiner Zuschuss möglich. In einer Kreditvariante gibt es einen Tilgungszuschuss von 12,5 Prozent statt 7,5 Prozent, der auf maximal 6.250 Euro pro Wohnungseinheit begrenzt ist.
"Anträge für das neue Heizungs- und Lüftungspaket der KfW sind zwar erst ab April möglich, aber die Maßnahmen können ausnahmsweise schon ab Januar in Angriff genommen werden", berichtet Matthias Ansbach, Energieberater der Verbraucherzentrale in Detmold. "Wichtig ist natürlich, dass Eigentümer trotzdem alle Bedingungen genau einhalten und alle Unterlagen zusammentrage", betont er, "sonst bleiben sie im schlimmsten Fall auf den Kosten sitzen." Das Paket ist ein neuer Bestandteil des KfW-Programms "Energieeffizient Sanieren". Besonders gefördert wird damit der Austausch von Öl-, Gas- und Kohleheizungen ohne Brennwerttechnik, die nicht der gesetzlichen Austauschpflicht unterliegen. Ob die erhöhte Förderung auch für Elektroheizungen in Anspruch genommen werden kann, sollte im Rahmen einer Beratung geklärt werden. Wer das Extra-Geld haben möchte, muss allerdings nicht nur den Kessel austauschen, sondern auch die gesamte Wärmeverteilung optimieren. Der Einbau von Lüftungsanlagen wird besonders gefördert, wenn diese mit Wärmerückgewinnung arbeiten und gleichzeitig eine Energiesparmaßnahme an der Gebäudehülle wie Austausch von Fenster oder Anbringen von Wärmedämmung umgesetzt wird. Bei der Dämmung wird das Haus meist dichter, so dass aktiver als zuvor für frische Luft gesorgt werden sollte. Dann ist eine Lüftungsanlage oft sinnvoll und sie spart zusätzlich Energie. Wer die Bedingungen für das Lüftungs- oder das Heizungspaket erfüllt, profitiert bei seiner gesamten Sanierung davon: "Auch für Dämmung und Co. gilt dann der erhöhte Fördersatz", betont Ansbach. Nicht nur die Zuschüsse durch die KfW wurden erhöht: Auch die Förderung für regenerative Heizungsanlagen und Solarthermie durch die Bafa wird besser. Wer die bestehende Anlage gegen eine regenerative Heizungsanlage austauscht oder eine neue Brennwertheizung mit einer solaren Heizungsunterstützung ergänzt, kann bis zu 20 Prozent höhere Zuschüsse bekommen. Die bundesweiten Fördermittel können auch mit den landesweiten Fördermitteln des Programms "Progres.nrw" kombiniert werden. Diese können ab sofort wieder beantragt werden. "Informieren Sie sich rechtzeitig vor einem Austausch oder der Ergänz ung Ihrer Heizungsanlage über die Fördermöglichkeiten", betont Ansbach.