LOCCUM (jan). Die einen spielen, die anderen lernen – so ist die Krabbelgruppe im Loccumer Gemeindehaus seit Anfang des Jahres eingerichtet. Interkulturell ist das Angebot für Kinder und Eltern. Frauen aus Flüchtlingsfamilien können sich unterdessen in Deutsch unterrichten lassen.
Zu Beginn, als alle sich im Kreis auf Sitzkissen niedergelassen haben und gemeinsam mit den Kindern Bewegungslieder singen, ist Mina noch dabei. Auf dem Schoß hat sie ihre Tochter Angela. Die Kleine schaut mit großen Augen in die Runde und lässt es sich gerne gefallen, dass ihre Mutter mitsingt und sie selbst dabei wahlweise in die Hände klatschen oder mit den Beinen strampeln lässt. Als dann aber das Spielzeug aus der Ecke geholt wird, geht Angelas Mutter in die Bücherei im Nebenraum. Angela steht eine Weile noch etwas zaghaft in der Ecke. Als sie aber das Angebot von den übrigen Müttern bekommt, sich in eine große Wolldecke zu legen und schaukeln zu lassen, ist es schon gar nicht mehr so schlimm. Und Angela ist schließlich auch nicht zum ersten Mal dort. Ihre Mutter sitzt unterdessen neben Christiane Weppner. Die ehemalige Lehrerin hat einen kleinen Stapel Geschirr aus der Küche des Gemeindehauses geholt und hält nun einen Löffel hoch. Der, die oder das – welcher Artikel gehört denn wohl zu "Löffel", will sie wissen. Ein wenig rätseln Mina, die aus Serbien stammt, und eine weitere Mutter aus Albanien herum. Als sie die Lösung schließlich haben, auch noch sagen können, welchen Artikel sie verwenden müssen, wenn es mehrere Löffel sind, lässt Weppner sie die Antworten aufschreiben. Ähnliche Lektionen mit Tellern, Gläsern und Bechern folgen. "Wir sind zu allen Flüchtlingsfamilien hier in Loccum gegangen und haben die Frauen zu der Krabbelgruppe und zum Deutschunterricht eingeladen", sagt Christiane Weppner. Während nebenan Isabell Piepenbrink die Leitung der Krabbelgruppe übernommen hat, kümmert sie sich um den Sprachunterricht. Allzu viele Familien sind momentan noch nicht in Loccum und nicht alle Frauen konnten sich schon entschließen, dorthin zu kommen. Neu hinzukommen könne aber jederzeit jede Frau, sagt Weppner. Der Unterricht ist offen für alle und für die Kinderbetreuung ist eben auch bestens gesorgt. Den begleitenden Effekt, dass sich alteingesessene Loccumerinnen und solche, die neu im Dorf sind, über die Krabbelgruppe kennen lernen und auch deren Kinder sich schon im frühestens Alter näher kommen können, finden alle richtig gut. Die Krabbelgruppe trifft sich an jedem Donnerstag, 10 bis 11.30 Uhr, im Loccumer Gemeindehaus, Weserstraße 1. Die Teilnahme ist kostenlos und Anmeldungen sind nicht erforderlich.Foto: jan
