Lügde (afk). "Es macht einfach nur Spaß mit diesem neuen Bürgerbus zu fahren", freuten sich die 21 ehrenamtlichen Fahrer des Bürgerbusvereins Lügde unisono, als sie zusammen mit den 15 Fördermitgliedern Rückschau auf 2015 hielten. Der lange gehegte Wunsch nach einem neuen Gefährt hatte sich im letzten Jahr erfüllt und nachdem jetzt auch die letzten Software-Probleme am Fahrscheindrucker gelöst sind, ist das Fahrvergnügen auf der BVO-Linie 763 (mit Anschluss an die Regionalbuslinien von und nach Bad Pyrmont und den Bahnhof Lügde) für Aktive hinterm Steuer und Fahrgäste offenbar ungetrübt.
2014 war der Beschluss gefasst worden, das in die Jahre gekommene Busmodell durch ein neues Fahrzeug zu ersetzen, das den Erfordernissen der meist älteren und gehbehinderten Passagiere entspricht. Dabei war die Geduld der Fahrer schon etwas auf die Folter gespannt worden, denn der für die Übergabe ins Auge gefasste März-Termin konnte aus Umbaugründen nicht gehalten werden. Erst im Mai konnte "Der lütte Lügder" dann auf dem Marktplatz der Öffentlichkeit präsentiert werden, der mit seinen acht Sitzplätzen und ausreichendem Platz und Einstieghilfen auch für Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer einigen Komfort bietet. Die Fahrer, so berichteten sie schon nach einigen "Gewöhnungskilometern", hatten sich schnell mit dem weiß-roten Bürgerbus angefreundet. "Es war eine gute Entscheidung, diesen neuen Bus anzuschaffen", blickte Bürgermeister Heinz Reker jetzt zufrieden zurück. Bei den Fahrgastzahlen pendelt sich der Bürgerbus, der im 60-Minutentakt montags bis freitags die 23 Haltestellen im Kernstadtgebiet anfährt, zwischen 5.500 und 6.000 Passagieren pro Jahr ein. 2015 nutzten 5.874 diese Transportmöglichkeit, rund 500 mehr als noch 2014. "Wir waren schon mal über 6.000. Da wollen wir auch wieder hin", so der Fahrerwart und 2. Vorsitzende Hans-Werner Loges. Eine Sorge treibt den Vorstand des Bürgerbus-Vereins Lügde allerdings um: Die Zahl der Fahrer sinkt. Mit aktuell 21 ist man mittlerweile sehr schwach bestückt. Die Idee, dass jeder Fahrer nur einmal im Monat eine Schicht fahren sollte, lässt sich so nicht mehr halten. 2015 verlor man einen Fahrer durch Tod, mit Karl-Heinz Schimmelfeder und Willi Wennemann zogen sich zwei weitere aus Altersgründen freiwillig zurück. Es sind durchweg Rentner, die ehrenamtlich ihre Freizeit der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. "Natürlich können diesen Fahrerjob auch gern Frauen übernehmen, die bei uns mitmachen können", sagt Heinz Hartmann, Vorsitzender des Vereins. "Außer einem normalen Führerschein brauchen die Fahrer und Fahrerinnen nichts und betont: "Diese Aufgabe ist ehrenamtlich, niemand bekommt für seinen Einsatz Geld. Wer bei uns mitmacht, tut das freiwillig, weil er Spaß im Umgang mit Menschen und am Fahren hat." Bürgermeister Reker war das einen besonderen Dank an die Aktiven wert, die sich das gesamte Jahr über in den Dienst der Sache stellen: "Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist." Wer Interesse hat kann sich telefonisch unter 05281/77891 oder 05281/77624 bzw. direkt bei den Bürgerbus-Fahrern melden. Der Bürgerbus-Verein seinerseits tut einiges, um den Mitgliedern ihren Einsatz zu danken. Regelmäßig im Jahr finden gemütliche Treffen und Ausflüge zu interessanten Zielen in der Umgebung statt, um auch das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Die Lügder besuchen aber auch Fortbildungen und andere Bürgerbusvereine in der Region, um Erfahrungen auszutauschen.
