LUTHE (tau). Die Stadt will das Gewerbegebiet im Wunstorfer Süden weiterentwickeln und hat dazu einen seit 2012 ruhenden Plan reaktiviert. Die erste Fläche östlich der Adolf-Oesterheld-Straße, bekannt unter dem Namen Luther Forst West, soll nun als Industriegebiet, auf dem ein Dreischichtbetrieb erlaubt ist, ausgewiesen werden. Die Fraktionsgemeinschaft aus SPD und Grünen im Luther Ortsrat stimmt der Erweiterung des Gewerbegebietes grundsätzlich zu, nicht aber dem vorliegenden Bebauungsplan. "Bereits heute wird laut Gutachten der Lärmpegel überschritten. Mit zunehmender gewerblicher Bebauung und dem hieraus zu erwartenden vermehrten Schwerlastverkehr ist mit deutlich steigenden Emissionswerten wie Lärm und Feinstaub zu rechnen", erklärten die Sprecher beider Parteien. Sie schlagen ein Konzept vor, das auf Kompensationsflächen in Ortsnähe zum Ausgleich für die Erweiterung des Gewerbegebietes abzielt. Der Fraktionsgemeinschaft schwebt dabei ein Biotop als "grüne Lunge” am Rande des Luther Dorfes vor, das sich idealerweise westlich vom Luther Wald befinden sollte. "Die angelegte Waldfläche bietet Schutz vor Lärm und anderen Emissionen und lädt ein zu Spaziergängen und Waldläufen", sagen die Sprecher. Darüber hinaus wollen die Ortsräte von SPD und Grünen weitere Maßnahmen umgesetzt sehen. Dazu gehören das Anlegen eines 15 Meter breiten Grünstreifen entlang der Bahnstrecke, Lärmschutzmaßnahmen direkt an der Bahnstrecke (Dedensen bis Wunstorf), Aufbau eines Lärmschutzwalles nördlich der B441 in Höhe der Königsberger Straße bis zur Kreuzung Schloß Ricklingen, der Bau einer Fußgängerüberführung/Bedarfsampel über die B441 zum Luther Wald sowie eine verkehrsgerechte Anbindung des Gewerbegebietes.
Die CDU Fraktion im Ortsrat vertritt eine abweichende Meinung und lehnt die aktuellen Planungen ab. Zwar sei es grundsätzlich richtig, Gewerbeflächen vorzuhalten, die angestrebte Dimension der Entwicklung aber inakzeptabel. Bereits jetzt habe Luthe mit überlasteten Straßen zu kämpfen. Sollten sich wie angestrebt weitere Logistikbetriebe ansiedeln, drohe ein Fiasko, so Sprecher Heinz-Gerhard Kück. Mit den Anregungen des Ortsrates wird die Beratung im Umweltausschuss der Stadt am 18. Februar fortgesetzt. Foto: tau