Lemgo (nr). Einen Blick abseits amtlicher Sammlungen zur Stadtgeschichte will das Stadtarchiv in der kleinen Vortragsreihe "Aus dem Magazin geholt" gewähren. An vier Terminen werden Nachlässe von Lemgoer Bürgern, Vereinen oder Organisationen präsentiert und erläutert – eine andere, sehr persönliche Perspektive. Von Seiten des Stadtarchivs ist die Vortragsreihe ein kleines Experiment, richtet sich ihr Augenmerk doch weniger an Historiker, als an historisch interessierte Alt- und Neulemgoer. Aufgeteilt in vier unterschiedliche Bereiche, werden Interessierte an Fotoarchive, Nachlässe, Vereinsarchive und Zeitgeschichte herangeführt. "Es ist ein interessanter und ergänzender Blick auf die Entwicklung der Lemgoer Stadtgeschichte", ist Stadtarchivar Marcel Oeben überzeugt. So rückt gleich zum ersten Termin am Mittwoch, 10. Februar, Fotomaterial des Lemgoer Journalisten Ernst Rottmann aus der Schenkung seines Enkels Holger Holländer und der Fotografenfamilie Ohle in den Mittelpunkt. Aus dem Nachlass von Ernst Rottmann sind dies allein 4.000 Positiv- und Negativabzüge von Baudenkmälern, Steinmetzzeichen, Straßenzügen, aber auch Ereignissen. "Diese Fotos haben eine Nischenfunktion", so Marcel Oeben. "Ernst Rottmann hat eine Zeit größerer Sanierungen in Lemgo sehr akribisch mit der Kamera festgehalten und zum Teil schriftlich dokumentiert." Letzteres ist neben den Fotografien ein "biografischer Schnipsel", wie Archivmitarbeiter Fabian Hartl erklärte. "Die alten Fotos in Kombination mit der Denkweise des Fotografen zu sehen, ist für uns ein großer Glücksfall. Seine Bemerkungen und Beobachtungen ermöglichen uns ein kritisches Begleiten vom Wandel der Stadt in dieser Zeit." Der 27. April wird dann den Sammlungsbereich "Nachlässe" aufnehmen. Darunter fallen Korrespondenzen aus dem Ersten Weltkrieg oder Aufzeichnungen des damaligen Stadtarchivars Hans Hoppe zu verschiedenen Bereichen der Stadtgeschichte. Der Sammlungsbereich "Vereinsarchive" wird am 18. Mai Hinweise darauf geben, wo sich das gesellschaftliche Leben abgespielt hat. So rücken diverse Gesangsvereine, das Deutsche Rote Kreuz oder auch der TV Lemgo in den Fokus. Um dem Lemgoer Archiv zugespielte Einzelteile im Sammlungsbereich "Zeitgeschichte", wie zum Beispiel Kriegserinnerungen, wird es abschließend am 8. Juni gehen. Beginn der Vorträge am 10. Februar, 27. April, 18. Mai und 8. Juni ist jeweils 19 Uhr im Stadtarchiv (Süsterhaus), Rampendal 20a.
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Persönliche Perspektiven – Nachlässe von Lemgoern
Vortragsreihe zur Entwicklung der Stadtgeschichte startet am 10. Februar
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