Bad Salzuflen. Auf den Spuren ihrer Großväter wandelten jetzt drei Schüler des Rudolph-Brandes-Gymnasiums (RBG). Für ihre umfangreichen Facharbeiten recherchierten die Oberstüfler unter anderem im städtischen Archiv. Dass sie bei ihren geschichtlichen Nachforschungen nicht nür rückblickend, sondern auch perspektivisch agierten, klingt möglicherweise etwas paradox. Die am RBG vor 15 Jahren eingeführte Facharbeit soll den etwa 17-jährigen Schülern jedoch Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten vermitteln, welches in einem späteren Studium an der Tagesordnung stehen könnte. Die Themen der Facharbeit können von den Gymnasiasten aus Unterrichtsinhalten entstandenen Ideen frei gewählt werden. Vor allem im Fach Geschichte werden häufig regionalgeschichtliche Themen vergeben, weshalb die Schüler die hiesigen Archive und Bibliotheken aufsuchen. Regelmäßig ist auch das Bad Salzufler Stadtarchiv Anlaufstelle für die Facharbeitsschreiber vom Rudolph-Brandes-Gymnasium, wo ihnen Archivleiter Arnold Beuke und RBG-Lehrer Dr. Stefan Wiesekopsieker mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Im diesem Jahr setzen sich eine Schülerin und zwei Schüler mit stadt- bzw. regionalgeschichtlichen Themen auseinander, und zwar Murat Akalan ("Reklame bei Sinalco und Hoffmann’s Stärkefabriken"), Tim Albert ("Die jüdische Familie Obermeyer aus Bad Salzuflen") und Gilian Orth ("Verhältnis zwischen Unternehmern, Angestellten und Arbeitern bei Hoffmann’s Stärkefabriken"). Ein "einheimisches" Thema bearbeitet genau genommen auch noch Arne Echterhof, der sich im Fach Chemie mit der Stärkeherstellung bei Hoffmann’s Stärkefabriken beschäftigt. Bei einer gemeinsamen Sichtung der Originalquellen im Bad Salzufler Stadtarchiv betrachtete die Gruppe u.a. die dort verwahrte Sammlung Hoffmann’scher Werbeplakate – eine wichtige Quelle für Murat Akalans Facharbeit: Über 250 farbige Drucke, zumeist um die Jahrhundertwende hergestellt in der werkseigenen Druckerei und versehen mit Beschriftungen in unterschiedlichen Sprachen, da man einmal für gut befundene Plakate in mehreren Ländern zu Werbezwecken einsetzte. Arnold Beuke zeigte sich über den regelmäßigen Besuch der RBG-Schüler sehr erfreut und lobte sie sehr für ihr Interesse und ihre kritische Herangehensweise an die jeweilige Fragestellung.
