Detmold. Die Regionalgruppe Detmold-Lippe der Gewalt Akademie Villigst (GAV) im Amt für Jugendarbeit der evangelischen Kirche von Westfalen bietet eine einjährige Ausbildung zum "Deeskalationstrainer Gewalt und Rassismus" an. Start ist am Samstag, 13. Februar, im Haus der Kirche, Gut Herberhausen 3.
Diese Ausbildung könne gerade für Menschen in der Flüchtlingsarbeit wichtig sein, heißt es in einer Pressemitteilung der (GAV). Menschen, die mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Flüchtlingen arbeiten, stehen vor kräftezehrenden Herausforderungen und Fragen: Wie begeistere ich Flüchtlinge für unsere Demokratie, Toleranz, Gleichberechtigung und Gewaltfreiheit? Wie wirke ich der wachsenden Ausländerfeindlichkeit entgegen und begeistere deutsche Jugendliche für diese demokratischen Ideen? Wie stelle ich Sicherheit her und bringe alle Gruppen zusammen, um Zukunft zu gestalten? Wie komme ich im Kleinen in den Kontakt von Mensch zu Mensch? Was muss ich im Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen beachten? Und wie geht es mir eigentlich? Über welche Kräfte und Ressourcen verfüge ich? Aus dem Anspruch helfen zu wollen entsteht oft genug ein Dilemma. Man muss Nähe zu Menschen aufbauen, die einem zunächst fremd sind – mit andersartigen Lebensentwürfen, Überzeugungen und Weltanschauungen, religiösen und kulturellen Sitten und Gebräuchen. Um nicht auszubrennen, müssten sich die Mitarbeiter und Betreuer gleichzeitig seelisch distanzieren und abgrenzen und lernen, das Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz zu managen. Sie lernen, äußere und innere Konflikte handzuhaben und auch in unübersichtlichen und unsicheren Situationen in Kontakt mit dem Gegenüber zu bleiben. Dabei geht es auch darum, deeskalierend auf aufgebrachte oder aggressive Menschen einzuwirken und gleichzeitig sich selbst zu schützen. Die Ausbildung richtet sich an Pädagogen, Erzieher, Sozialarbeiter, Polizeibeamte, Justizvollzugsbeamte und Menschen, die mit Menschen arbeiten (Job-Center, Ausländeramt, Ordnungsamt, Sozialamt, Vereine). In der einjährigen berufsbegleitenden Ausbildung entwickeln die Teilnehmer für ihre individuelle Berufspraxis passende Trainings zur Gewaltprävention und Strategien zur Intervention in Konflikt- und Gewaltsituationen. Am Ende der Ausbildung verfügen die Teilnehmenden über ein Methodenrepertoire, mit dem sie folgende Trainings anbieten können: Soziales Kompetenztraining, Trainings zur Gewaltprävention, Gewaltdeeskalation, Rassismus und Demokratie, Zivilcourage, Selbstbehauptung, konstruktiven Konfliktlösung und Mobbing-Intervention. Darüberhinaus besteht die Möglichkeit, sich in der GAV Regionalgruppe Detmold-Lippe zu vernetzen und fortzubilden. Die Ausbildung wird geleitet von den GAV-Lehrtrainern Dagmar Mrosek, Polizeihauptkommissar Bastien Theisen und Markus Parusel-Grotefeld. Sie kostet 960 Euro und ist als berufliche Weiterbildung anerkannt und wird gegebenenfalls mit einem Bildungscheck bezuschusst ("www.bildungsscheck.nrw.de”). Anmeldung und Informationen zur Ausbildung unter der Mobilrufnummer 0177 1913004 oder per E-Mail an "shimauma@parusel.info".