LANDKREIS (em). "Im vergangenen Jahr sind im Bereich der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg insgesamt 950 Autofahrer mit dem Handy am Steuer erwischt worden. Davon 408 Verkehrsteilnehmer im Landkreis Nienburg", führt Polizeipressesprecherin Gabriela Mielke aus, "doch die Dunkelziffer liegt laut Verkehrspsychologen mit 1:3400 deutlich höher und würde bei uns jährlich über drei Millionen Verstöße bedeuten." Dies ist für Sachgebietsleiter Verkehr Werner Müller und Verkehrssicherheitsberater Axel Grünvogel von der Polizei Nienburg Grund genug, mit großflächigen Bannern an der Brücke über die B6 in Höhe Langendamm und der Fußgängerbrücke am Nordertorstriftweg mit der klaren Botschaft "Tippen tötet" auf die Gefahren der Nutzung von Handys beim Fahren hinzuweisen. Die Verkehrssicherheit soll so erhöht werden. "Der Fahrer kam aus ungeklärter Ursache von der Straße ab"– dieser Satz ist häufig in Unfallmeldungen zu lesen.
Es gibt noch keine Statistik, wie oft Handyablenkung die Ursache für einen Unfall ist. Experten schätzen, dass bei rund einem Drittel das Lesen und Schreiben von SMS oder das Handy-Surfen eine Rolle gespielt haben könnten. "Wenn ein Fahrzeugführer fünf Sekunden auf sein Handy guckt, legt er dabei 70 Meter im Blindflug zurück", so Mielke. Viele unterschätzen die Gefahr, glauben trotzdem ihre Umwelt wahrzunehmen und rechtzeitig reagieren zu können. Sie bringen nicht nur sich, sondern auch andere in Gefahr. Handynutzung im Fahrzeug wird mit 60 Euro Strafe und einem Punkt in Flensburg geahndet. Mit Nutzung ist dabei nicht nur das Telefonieren gemeint, sondern auch SMS schreiben oder das Verwenden als Navi. Wer das Handy aufnimmt oder hält, verstößt gegen die Vorschrift. Straffrei kommen auch Radfahrer nicht davon. Wer in die Pedale treten und gleichzeitig telefoniert, kann mit 25 Euro Bußgeld verwarnt werden.