1. Die elektronische Innenohrprothese

    Interview mit Prof. Dr. Dr. h. c. Roland Laszig: Cochlea-Implantate

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    Der ärztliche Direktor der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg, Prof. Dr. Dr. h. c. Roland Laszig, macht sich seit vielen Jahren stark für die Integration von tauben und hörbehinderten Menschen. Im Jahr 2005 wurde dafür mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Roland Laszig hatte in Hannover in den 80er-Jahren am Aufbau des weltweit größten Cochlea-Implantat-Zentrums mitgewirkt. Nach seiner Berufung an das Universitätsklinikum Freiburg im Jahr 1993 hat er das dortige Implantat-Centrum als Kompetenzzentrum für Baden-Württemberg und Referenzzentrum für andere europäische Einrichtungen aufgebaut. Deutsches Grünes Kreuz (DGK): Die Versorgung mit einem Cochlea-Implantat gehört seit über 30 Jahren zu den effektivsten Therapien in der Medizin. Man spricht sogar davon, dass es die einzige Therapie sei, die ein Sinnesorgan ersetzen kann. Doch immer noch ist diese Möglichkeit, besser zu hören, vielen unbekannt, auch Menschen, denen Hörgeräte nicht mehr ausreichend helfen können. Was denken Sie, sind die Gründe dafür? R. L.: Es ist in der Tat richtig, dass Cochlea-Implantate schon seit 30 Jahren Menschen effektiv helfen können, wieder besser zu hören. Und es ist tatsächlich auch die einzige Therapie, die ein Sinnesorgan funktional ersetzen kann. Nach wie vor gibt es jedoch Vorbehalte gegenüber dem Cochlea-Implantat, die nicht zuletzt aus Unkenntnis resultieren. Dazu gehört auch die Angst vor einer Operation, da die Operationsrisiken nicht richtig eingeschätzt werden. Und wir hören immer wieder, dass Patienten in der Beratung mitgeteilt wurde, ein Cochlea-Implantat lohne sich für sie nicht mehr. Oder es wird behauptet, dass die Patienten nicht vernünftig mit einem Cochlea-Implantat hören können, weshalb die Therapie keinen Sinn mache. Diese Behauptungen sind alle falsch. Natürlich besteht eine gewisse Abhängigkeit von der Technik, so müssen die Patienten beispielsweise die Akkus aufladen, Batterien wechseln und die extern zu tragenden Teile pflegen. Die meisten Patienten, die mit einem Cochlea-Implantat versorgt wurden, haben jedoch einen extrem großen Nutzen davon. So kann zum Beispiel die überwiegende Mehrzahl der Patienten mit dem Cochlea-Implantat sogar telefonieren. Vorurteile halten sich eben lange. Das wissen Hörgeräteakustiker am besten, denn auch sie haben das Problem, dass der Ruf der Hörgeräte – und das ist völlig ungerechtfertigt – immer noch zu wünschen übrig lässt. DGK: Welche Hör-Erfahrungen haben die Menschen gemacht, die zu Ihnen kommen? R. L.: Kurz zusammengefasst besteht die Indikation für ein Cochlea-Implantat immer dann, wenn Patienten auch mit den besten konventionellen technischen Hörhilfen, wie zum Beispiel Hörgeräten, nicht mehr ausreichend versorgt sind, z. B. nicht mehr telefonieren können. Diese Patienten haben dann in ganz normalen Alltagssituationen Schwierigkeiten zu hören, insbesondere dann, wenn es in der Umgebung lauter ist – und das ist eigentlich die Realität im täglichen Leben. Die Folge, sich nicht mehr in der hörenden Welt zu befinden und Sprache nicht mehr zu verstehen, führt auch dazu, dass diese Menschen in eine soziale Isolation und Vereinsamung geraten. Sie ziehen sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurück, erfahren berufliche Nachteile und haben damit auch eine erhebliche psychische Belastung. Im Regelfall kann diesen Patienten tatsächlich mit einem Cochlea-Implantat auf einem Ohr oder auf beiden Ohren geholfen werden. Das komplette Interview finden Sie unter www.dgk.de/­Cochlea-Implantat (Quelle: Deutsches Grünes Kreuz)

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