1. Reise in die Vergangenheit

    AG 60 plus besuchte die Ausstellung zur "Holter Eisenhütte"

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    Oerlinghausen (kd). Die Arbeitsgemeinschaft 60 plus der Oerlinghauser SPD eröffnete ihr Jahresprogramm mit einem eher unspektakulären Museumsbesuch. Die Ausstellung zur Holter Eisenhütte im Historischen Museum Bielefeld war den Seniorinnen und Senioren hochwillkommen und recht erinnerungsreich.

    Denn sie alle kannten aus eigenen Kindheitserinnerungen die damals übliche Ofenheizung. Sie waren zum Beispiel mit den Herdringen vertraut und freuten sich über Besonderheiten. So wurden Einrichtungen an den Öfen zum Erwärmen der Plätteisen oder eines Heißwasservorrats gezeigt. "So eine Kaffeeröstpfanne habe ich oft drehen müssen." Mit dieser Bemerkung erinnerte sich ein Teilnehmer an innige Tage bei seiner Oma. Unter der engagierten und kompetenten Führung von Friedrich Dransfeld, dem Vorsitzenden des Vereins "Industriemuseum Schloß Holte-Stukenbrock", erfuhr die Gruppe an Hand von Bildern, Transparenten und einer Diashow eine Menge über den ungewöhnlichen Unternehmer Friedrich Ludwig Tenge. Dessen Lebensleistung ist auch mit Oerlinghausen verbunden. Er gründete nicht nur die Holter Eisenhütte, die bedeutendste Industrieansiedlung der Region. Der Osnabrücker errichtete auf Gut Niederbarkhausen eine Essigsiederei, eine Weizenmühle und eine Töpferei, zuletzt sogar ein Kohlebergwerk. Er erwarb das Gut Dalbke und errichtete dort eine Papierfabrik. Im Jahre 1820 kaufte er das Domänengut Holte und gründete hier ab 1840 in unmittelbarer Nähe zum Schloss die Holter Eisenhütte zur Verhüttung der in der Region vorkommenden Raseneisenerze. Die 1842 in Betrieb genommene Hütte war die erste große metallverarbeitende Industrie in Ostwestfalen. Im Jahre 1966 wurde sie geschlossen. Mit der flächendeckenden Einführung der Zentralheizungen wurden fast alle Öfen verschrottet und eingeschmolzen. Obwohl die Holter Hütte in ihrer Glanzzeit rund 10.000 Öfen pro Jahr fertigte, sind heute Fundstücke recht selten. Der Verein verfolgt das Ziel, in dem letzten verbliebenen Gebäude ein Industriemuseum zu errichten, das auch außerschulischer Lernort werden soll. "Das ist sehr wichtig für die mit Komfort und Technik verwöhnte, heutige Generation", meinten die meisten Teilnehmer der AG 60 plus. Im Rathaus der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock unterhält der Verein eine Dauerausstellung mit rund 70 Exponaten. Sie ist während der Bürozeiten des Rathauses frei zugänglich und zeigt nachdrücklich die kreative Vielfalt der Holter Eisenhütte. Die meisten Besucher nahmen sich vor, dort weitere Eindrücke zu sammeln. Die nächste Veranstaltung der AG 60 plus wird am 18. Februar 2016 stattfinden. Bürgermeister Dirk Becker wird über die aktuelle Ortspolitik berichten, ferner wird der Vorstand das weitere Jahresprogramm der AG 60 plus vorstellen.

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