1. "Die Gespräche werden mir fehlen"

    Letzter Lebensmittelladen in Lothe schließt seine Türen für immer

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    Lothe (lig). Wer Dorothee Klein in die Augen schaut, der sieht, dass ihr dieser Schritt nicht leicht fällt. Sie ist seit vier Jahren Inhaberin des Frischemarktes in Lothe. Aber es rentiert sich nicht mehr. Am heutigen Tag werden sich die Türen zum letzten Mal für die Kunden öffnen. Danach ist Schluss. "Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen", sagt Klein. Aber im vergangenen Jahr sind es immer weniger Kunden geworden, die zu ihr einkaufen kamen. "Es waren hauptsächlich ältere Menschen, die einkauften und wenn die dann auch nicht mehr kommen, wird es schwer", so Klein. "Doch ich kann die jungen Leute natürlich auch verstehen, wenn sie von der Arbeit kommen und dann auf einem Weg dort einkaufen", sagt sie. "Mir hat die Aufgabe viel Spaß gemacht, insbesondere der Kontakt zu den Kunden und den Lieferanten", so Klein, wenngleich für sie die Arbeit auch nach Ladenschluss noch weiterging. "Es war auch anstrengend", räumt sie ein, denn nach Ladenschließung warteten Buchführung und anderen Vorbereitungen auf sie. Seit vergangenem Sommer hatte sie den rückläufigen Trend beobachtet und um Weihnachten dann doch schweren Herzens die Entscheidung getroffen, dass sie am heutigen Samstag, 30. Januar, zum letzten Mal den Laden öffnet. "Mir werden die vielen schönen Gespräche fehlen", sagt Klein. "Für eine Kundin waren wir morgens die ersten, mit denen sie gesprochen hat und einige Kunden kommen schon seit 60 Jahren." Auch Christel Gröne, langjährige Vorbesitzerin vor Klein, fällt die Schließung schwer. Im Jahr 1930 hatte ihre Großmutter, Wilhelmine Rodemeier, das Geschäft eröffnet. 1967 ist Christel Gröne mit in den Laden eingestiegen und hatte ihn ab 1972 übernommen. "Damals hatten wir fünf Lebensmittelläden im Dorf", erinnert sie sich. Jetzt schließt in Lothe der letzte. Im Jahre 2011 gab sie das Geschäft auf und Dorothee Klein übernahm es. Der Laden war 1982 und 2000 vergrößert worden und auch das Sortiment wurde stets erweitert. So gab es auch Backwaren, eine Wurst- und Käsetheke sowie eine Frischfleischtheke, die später hinzukam. "Mir hat die Arbeit immer viel Freude gemacht und ich bin traurig, dass geschlossen wird, denn das war auch immer der Mittelpunkt im Dorf, wo die Leute sich treffen", so Gröne. 2011 sei sie froh gewesen, dass Dorothee Klein den Laden übernommen habe aber nun ginge es nicht mehr. Sie bedanke sich aber bei allen Kunden für das jahrelange Vertrauen und die Treue. Auch die Kundschaft ist traurig. So hört man an mehreren Stellen, dass den Menschen gerade die Gespräche fehlen werden. Bernd Schlehnbäcker hat sich eigens mit einem Brief bei den Damen, für die Jahre, bedankt. "Es ist wirklich sehr schade, denn das war auch ein Treffpunkt für ältere Menschen hier im Dorf", sagt Heinz Brinkmann. "Aber die Lother Bürger sind ja selbst schuld, sie hätten ja mehr hier kaufen können".

    Viele Jahre hat auch die Schwester von Christel Gröne, Liesel Lange zeitweise mitgearbeitet. Sie wird für die Lother Bewohner an Samstagen allerdings noch den Brötchenverkauf aufrecht erhalten. Jeden Samstag sind von 7.30 bis 10 Uhr Backwaren weiter zu erhalten.

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