1. Die langen Wurzeln des Krieges

    Autorin Dorothea Speyer-Heise liest zu Trauma der Nachkriegs-Generation am 4. Februar im Klosterrefektorium

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    LOCCUM (jan). Zu einer Lesung von Dorothea Speyer-Heise aus ihrem Roman "Der Gesang der Schranktür" lädt das Pastoralkolleg für Donnerstag, den 4. Februar, 19.30 Uhr, Interessierte in das Refektorium des Klosters Loccum ein. Der Eintritt ist frei.

    Geboren einige Jahre nach dem Ende der Hitler-Zeit, fühlt sich Elisabeth dennoch als Opfer des Zweiten Weltkrieges. Die Kriegserlebnisse der Eltern, die Armut der ersten Jahre im Nachkriegsdeutschland, die Strenge des Vaters – das alles hat sie geprägt und belastet sie noch als Erwachsene. Allmählich jedoch gelingt es ihr, sich von den Schatten ihrer Vergangenheit zu lösen und sich mit ihrer Kindheit auszusöhnen. In groben Zügen ist das die Geschichte, die Dorothea Speyer-Heise in ihrem Roman "Der Gesang der Schranktür" beschreibt und aus dem sie im Refektorium des Klosters Loccum auf Einladung des Pastoralkollegs der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers lesen wird. Traugott Wrede, Rektor des Pastoralkollegs, hat sie darum gebeten, als er eine Tagung mit dem Titel "Die lange Wurzel des Krieges" vorbereitete. Um Impulse der Traumaforschung für die kirchliche Arbeit wird es in dem Kolleg gehen, das er für Pastoren ausrichtet. Und Krieg, sagt er, sei ein Trauma, mit dem Seelsorger auch heutzutage noch oft konfrontiert würden – obwohl von denjenigen, die ihn selbst miterlebten, nicht mehr sehr viele da seien. Oft sei es aber so, dass die Kriegs-Erfahrungen der Eltern in ihren Kindern und Enkeln nachschwingen würden, seien die Erfahrungen der Eltern kein offen angesprochenes Thema, aber etwas, das unterschwellig immer da sei. Solche Erfahrungen würden häufig an Pastoren herangetragen – das Kolleg will ihnen Orientierungshilfen im Umgang damit geben. Eine der Teilnehmerinnen des Kollegs ist auch die Autorin Dorothea Speyer-Heise, die ebenfalls Pastorin ist. Manches in ihrem Roman könnte autobiografisch sein, sagt Wrede, es könnten aber ebenso Anlehnungen an ihre Erlebnisse als Gemeindepastorin und Krankenhaus-Seelsorgerin sein. Nicht nur den Teilnehmern sondern allen Interessierten die Möglichkeit zu geben, eine Lesung aus dem Buch zu erleben, auch in die anschließende Diskussion einzusteigen und außerdem an einem Büchertisch der Buchhandlung Schumacher einen Überblick zu bekommen, wie umfangreich und vielfältig die Literatur gerade zu diesem Thema ist, war Wrede ein Anliegen. Foto: jan

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