1. Zahl der Notrufe deutlich angestiegen

    Feuerschutz- und Rettungsleitstelle verzeichnete 2015 über 60.000 Einsätze

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    Kreis Lippe (nok). Alle neun Minuten klingelte auf der Feuerschutz- und Rettungsleitstelle des Kreises Lippe am Feuerwehrausbildungszentrum in Lemgo im vergangenen Jahr statistisch gesehen das Telefon. 165mal täglich waren im beschaulichen Landkreis Menschen in Not, waren bei Bränden, nach Unfällen, in medizinischen Notfällen und in anderen Notsituationen auf die Hilfe der Feuerwehren oder des Rettungsdienstes angewiesen. Im Vergleich zu den Einsatzzahlen in Großstädten ist die Häufigkeit des Hilfeersuchens über den Notruf 112 in Lippe zwar relativ gering, dennoch bedeuteten die 60.317 Einsätze im Jahr 2015 in dieser Form einen Rekordwert. Besonders deutlich stieg im Vorjahr die Anzahl der Brand- und Hilfseinsätze der Feuerwehren (+35,7 Prozent). Hier stieg die Zahl von 2.682 Einsätzen im Jahr 2014 auf 3.607 in 2015. Dieses deutliche Plus sei überwiegend im Bereich der Hilfeleistungen entstanden, erklärte Landrat Dr. Axel Lehmann bei Vorstellung der Jahresbilanz im Feuerwehrausbildungszentrum. Zu solchen Hilfeleistungen gehören unter anderem die Beseitigung von Unfallspuren, Sturmschäden oder auch (Hoch-) Wasserschäden. Ebenfalls einen deutlichen Anstieg gab es im Bereich der Rettungsdiensteinsätze. Registrierte die Leitstelle im Jahr 2014 noch 39.450 Einsätze, waren es im vergangenen Jahr 42.951 Dispositionen. Ein Zuwachs, den die Verantwortlichen des Bevölkerungsschutzes unter anderem auf die nicht optimalen Bedingungen/Regelungen des kassenärztlichen Notdienstes und die damit verbundene sinkende Hemmschwelle der Bürger, auch bei geringfügigen Verletzungen oder nicht bedrohlichen gesundheitlichen Problemen den Notruf zu wählen. Nicht immer sei für die Disponenten der Leitstelle die Lage genau einzuschätzen. "In diesen Fällen machen wir natürlich einen Einsatz auf und er Rettungswagen rückt aus. Dadurch ist aber auch leider die Anzahl der Fehlfahrten deutlich angestiegen", erklärte Joachim Link vom Rettungsdienst in Lippe (Anm. d. Red.: als Fehlfahrten wertet der Rettungsdienst die Einsätze, bei denen dem Patienten direkt vor Ort geholfen werden kann und eine Mitfahrt nicht erforderlich ist oder verweigert wird). Zusammen mit 13.759 (11.870 in 2104) sonstigen Telefondiensten und Beratungen verzeichnete die Feuerschutz- und Rettungsleitstelle im vergangenen Jahr 60.317 Einsätze (2014 waren es 54.002). Durch die in den vergangenen Jahren deutlich angestiegenen Einsatzzahlen wird das Netz des Rettungssystem sowie die technischen Einsatzmittel immer wieder modifiziert und modernisiert. "Lippe ist in der Notfallversorgung gut aufgestellt. Dennoch sind wir natürlich immer bemüht, auf veränderte Bedingungen oder Anforderungen zu reagieren. So ist für 2016 zum Beispiel die Einführung einer von GPS-Daten unterstützten Disponierung der Rettungsdienstfahrzeuge vorgesehen, um die Ressourcen und Hilfsfristen weiter zu optimieren", erklärte Meinolf Haase als Leiter des Bevölkerungsschutzes beim Kreis Lippe. An den insgesamt elf Rettungswachen und zwei Außenstellen des Kreises Lippe, den drei Notarztstandorten Detmold, Lemgo und Bad Salzuflen sowie der Rettungswache in Detmold waren im vergangenen Jahr insgesamt 185 Mitarbeiter des DRK Lippe, DRK Weserbergland, der Johanniter Unfallhilfe und des Malteser Hilfsdienstes im lippischen Rettungsdienst beschäftigt. Seit Jahresbeginn werden die bisher vom DRK besetzten Wachen direkt vom Kreis Lippe betrieben. "Das Personal – insgesamt 83 Mitarbeiter – und das Material hat der Kreis vom DRK übernommen", so der Landrat. Das Finanzvolumen des Rettungsdienstes in Lippe betrug 2015 rund 16 Millionen Euro.

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