1. "Nahversorger" Holter Straße

    Leserbrief zur Offenlegung des Bebauungsplans

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    Zu den Planungen für einen weiteren Lebensmittelmarkt in der Oerlinghauser Südstadt äußert sich unsere Leserin Suzan Gronemeier in folgendem Leserbrief.

    Durch den geplanten Nahversorger an der Holter Straße in Oerlinghausen sieht Suzan Gronemeier den LiLi-Markt in Lipperreihe existentiell bedroht. Sie hat dazu einen Leserbrief verfasst. Der Plan für einen vierten Lebensmittelmarkt in der Südstadt liegt vor. Die Begründung des Bauausschusses auch. Sie entsetzt und macht traurig. 300 Bürger haben in den LiLi-Markt investiert. Ich habe mit dafür geworben, zu spenden und zu unterstützen. Dafür muss ich mich beschämt bei allen entschuldigen, die ich ansprach. Ich hatte ehrlich geglaubt, der Stadtrat gäbe dem Projekt eine Chance, wenn wir aus eigener Tasche zusammenlegten. Der Bauausschuss beendet sie mit seinem Beschlussvorschlag. Mit nur einer Stimme Mehrheit nimmt er das Sterben des LiLi-Marktes bei über 20 Prozent prognostiziertem Umsatzverlust kühl in Kauf. Muss er auch, denn nur mit dem Rechentrick, alle Lipperreiher Bürger dem Einzugsgebiet des neuen Marktes zuzuschlagen, darf dieser überhaupt gebaut werden. Gefahr droht auch den Lebensmittelläden in der Altstadt und den anderen Anbietern in der Südstadt, die mehr als zehn Prozent Umsatzverluste schlucken müssten: für acht der 15 Ausschussmitglieder kein Argument. Ein dicker Hund: Zwei Gutachten und Experten wie die IHK, die die Entwicklung der Altstadt aber auch der Südstadt bedroht sehen, und die Mahnungen der Bürger werden ignoriert. Zum Heulen ist mir, wenn ich lese, wie alle Einwände zugunsten des LiLi-Marktes mit einem Textbaustein erschlagen werden: "..kann eine Betriebsschließung vor dem Hintergrund der ermittelten Verlagerungsquoten nicht ausgeschlossen werden. ...Bei einer rein betriebswirtschaftlichen Betrachtung dürfte der Markt auch ohne die geplante Ansiedlung nicht tragfähig sein". Warum blieb eine echte Abwägung aus? Warum zählen die Bedürfnisse von Senioren und Behinderten null, die ihre Beauftragte zu bedenken gab? Warum wiegen die Vorteile eines lebendigen Treffpunktes in Lipperreihe und ein gutes Angebot in der Altstadt nichts? Im Text heißt es weiter: verantwortlich für ihre Nah-Versorgung seien die Bürger selbst, die sich besinnen sollten. Da ist was dran. Warum besinnen wir uns nicht darauf, dass Ratsherren und Ratsfrauen uns vertreten und machen ihnen klar, was wir brauchen: mit Eingaben, Leserbriefen und der Unterschrift unter einem Einwohnerantrag? Die Mitglieder der SPD-Fraktion, die ja auch Bürger sind, bitte ich, sich ebenfalls zu besinnen: wie steht es um den Wert der "Solidarität" in der Sozialdemokratie? Darum, für die einzustehen, die keinen Einfluss und kein Auto haben, um mal eben in die Südstadt zu fahren? "Es macht keinen Sinn, eine Mehrheit für die Sozialdemokratie zu erringen, wenn der Preis dafür ist, kein Sozialdemokrat mehr zu sein." (Willy Brandt) Suzan Gronemeier Mittelweg 5 33813 Oerlinghausen

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