1. "Ein Archivar mit Herzblut"

    Dr. Hermann Niebuhr feierlich in den Ruhestand entlassen

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    Detmold (ck). Der langjährige Leiter des der Abteilung OWL des Landesarchivs NRW, Dr. Hermann Niebuhr, ist nun im Ruhestand. Am vergangenen Freitag wurde der 65-Jährige feierlich verabschiedet. "Ich danke Ihnen im Namen der Landesregierung Nordrhein-Westfalen für ihre langjährige Tätigkeit und ihr beispielhaftes Engagement", sagte Kulturministerin Christina Kampmann während der Feierstunde im Landesarchiv Detmold. Die Ministerin dankte ebenfalls für die gute Kooperation mit dem Archiv und verschiedenen Kultureinrichtungen in OWL.

    1981 begann Dr. Niebuhr sein Archivreferendariat im Haus und wurde 1983 Leiter der Abteilung OWL. In seine Zuständigkeit fiel die Auswahl behördlichen Schriftguts für die Archivierung. Gleichzeitig leitete er die Fotowerkstatt und betreute die Öffentlichkeitsarbeit. "Sie haben das Archiv in all seinen Facetten aktiv gestaltet und geprägt wie kaum ein anderer", so die Ministerin weiter. Auch sei die Abteilung OWL für Digitalisierung sehr gut aufgestellt. Als Dr. Niebuhr seine Arbeit begann gab es nur einen Computer im Archiv. Er hat in den folgenden 35 Jahren die Entwicklung und Wandlung des Berufsbilds des Archivars hautnah miterlebt. "Die Arbeit hat sich grundlegend verändert. Keine Generation vorher hat je so einen Medienbruch erlebt", so der Geehrte, der aber gleichzeitig betonte, "in dieser Zeit Archivar zu sein, es konnte mir nichts Besseres passieren." Viele Redner hatten sich eingefunden und waren sich allesamt einig: Niebuhr hat das Archiv mit seiner Arbeit geprägt. Immer wieder betonten sie seinen feinen Humor und seine uneingeschränkte Zuverlässigkeit. Landesarchivpräsident Dr. Frank Bischoff sprach davon, dass Dr. Niebuhrs archivarische Arbeit wichtig für die Identität der Gesellschaft sei und er als Abteilungsleiter einen Stabilitätspol dargestellt habe. Landrat Dr. Axel Lehmann ehrte den Historiker nicht nur als Verwalter und Bewahrer, sondern auch als Partner für die politische Bildung. "Sie sind Archivar mit Herzblut". Wer in der Zukunft lesen wolle, der müsse in der Vergangenheit blättern. Lehmann hob besonders die Kooperation in der Vergangenheit mit anderen kommunalen Archiven vor. Bürgermeister Rainer Heller dankte Dr. Niebuhr für die Erfolgsgeschichte. "Das Landesarchiv und Detmold sind eng miteinander verbunden. Die Einwohner schätzen das Angebot des Hauses. Mit der Veröffentlichung des 880-Seiten-Werkes "Detmold im Nationalsozialismus" sei er nicht nur Bewahrer der Geschichte, sondern vermittele diese auch. Die Vorsitzende des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins (NHV), Gefion Apel, dankte dem Geehrten für seine Inspiration in der Zusammenarbeit. Von 1984 bis 2003 zeichnete er als Redakteur der "Lippischen Mitteilungen" verantwortlich. Sie wünschte ihm einen produktiven "Unruhestand" und wünschte ihm viel Zeit für seine Hobbys: dem Fagott, Radfahren und Wandern.

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