1. Wohnraumfrage beleuchtet

    "Regionaler Salon" in der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld

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    Kreis Lippe/Bielefeld (go). Zur Vortrags- und Diskussionsveranstaltung "Regionaler Salon" hatte die Hochschule OWL eingeladen, erstmals aus aktuellem Anlass zusammen mit der Wohnungwirtschaft OWL.

    Thema der Veranstaltung: "Schrumpfen wir noch oder wachsen wir schon?" in Anspielung auf die aktuellen demografischen Verhältnisse. "Die Zuwanderung stellt alle unsere demografischen Prognosen auf den Kopf", brachte es Petra Eggert-Höfel (Wohnungswirtschaft OWL) auf den Punkt. Zusammen mit Professor Dr. Hans-Peter Rohler von der Hochschule OWL führte sie durch das vierstündige "Salon"-Programm in der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld. Rund 150 Zuhörer, die beruflich mit dem Städtebau zu tun haben, verfolgten die Vorträge der acht Referenten aus dem Universitätsumfeld und der privaten Wohnungswirtschaft. Beleuchtet werden sollte, wie angesichts der vielen Flüchtlinge (eine Million deutschlandweit im Jahr 2015) in kurzer Zeit ausreichend Wohnraum bereitgestellt werden kann. "Natürlich kann es am Ende unserer Veranstaltung keine fertigen Lösungen geben", sagte Prof. Hans-Peter Rohler in einem Pressegespräch im Vorfeld der Veranstaltung. Aber im Hinblick auf den Zeitdruck, unter dem man plötzlich stehe, solle die Veranstaltung als Auftakt zu einer Vernetzung von Forschung und Praxis im Bereich des Wohnungsbaus in der Region OWL dienen. Auch die Podiumsdiskussion im Anschluss an die Referate solle die verschiedenen Akteure zusammenführen. Da bisher stets ein "Älterwerden" unserer Gesellschaft prognostiziert wurde, seien Senioreneinrichtungen wie Pilze aus der Erde geschossen, sagte Petra Eggert-Höfel. Kein Wunder, dass der soziale Wohnungsbau da eher brach gelegen habe. Nun sei die unternehmerische Wohnungswirtschaft gefragt, schnell bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Gleich der erste Referent, Alexander Rychter (Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen) machte klar, dass es momentan keine Region in NRW ohne zusätzlichen Wohnungsbedarf gebe. Lob gab es von ihm für die von NRW Bauminister Michael Groschek angeschobene Wohnungsbauoffensive. Es soll wieder höher gebaut werden, Leerstände sollen schnell behoben werden, neue Wohnbauflächen erschlossen und Baulücken geschlossen werden. Zudem sollen mehr Fördergelder und bessere Abschreibungsmöglichkeiten den Wohnungsneubau ankurbeln. Und die Genehmigungsprozesse in den Bauämtern müssten beschleunigt werden. Eggert-Höfel zufolge kann der gegenwärtige Handlungsdruck auch eine Chance bedeuten, kreativ mit Leerständen umzugehen und Lösungen zu finden, wie man einfach und kostengünstig, aber dennoch klimaschonend bauen kann. Von Containerdörfern auf der grünen Wiese hält sie nicht viel, denn so werde eine Integration schwerlich gelingen. Für strukturschwache Regionen könnten die neuen Bewohner eine Belebung und Entwicklungschance bedeuten.

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