1. Asbesthalde: Region informiert Bürger

    Großes Interesse an öffentlicher Veranstaltung im Luther Schützenhaus / Technische Sicherheitskonzepte vorgestellt

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    WUNSTORF/LUTHE (tau). Auf großes Interesse ist die Informationsveranstaltung der Region zum Thema Asbesthalde gestoßen. Der Tagungsort im Luther Schützenhaus platzte aus allen Nähten. Die beteiligten Experten stellten unter anderem das technische Sicherheitskonzept der in diesem Jahr anstehenden Sanierung vor. Alle zur Sicherung der Asbestzementschlammhalde notwendigen Arbeiten finden in einem durch Zäune gesicherten, sogenannten "Schwarzbereich" statt, zu dem nur berechtigte Personen in entsprechender Schutzkleidung Zugang haben. Beim Verlassen dieses Bereichs muss eine Schleuse mit Dusch- und Waschmöglichkeiten zur Dekontaminierung passiert werden. Die Arbeiten werden durch laufende Messungen von Asbestfasern in der Luft an der Halde sowie im Umfeld ergänzt. "Wir wollen insbesondere für die in der unmittelbaren Nachbarschaft lebenden Menschen einen größtmöglichen Schutz gewährleisten", sagte der Umweltdezernent der Region, Axel Priebs.

    Rund 160.000 Kubikmeter asbesthaltiger Schlamm und Scherben lagern auf der Halde. "Ohne eine aufwändige Abdichtung der Oberfläche geht von dieser Altlast eine Gefahr aus. Das Sickerwasser, das sich aus dem Niederschlagswasser durch Kontakt mit dem Abfallmaterial bildet, ist stark alkalisch und verändert den pH-Wert im Grundwasser erheblich, wodurch aus dem Untergrund der Halde natürlich im Boden vorhandenes Arsen gelöst wird. Durch Verwitterung und Verwehung droht überdies eine Freisetzung von Asbestfasern", erläuterte Priebs die Notwendigkeit der Haldensanierung. Die Region Hannover als Auftraggeberin der Arbeiten rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von rund 3,7 Millionen Euro. Das Land Niedersachsen beteiligt sich ca. 1,6 Millionen Euro. Bevor die Oberflächenabdichtung beginnt, müssen zunächst bis Ende Februar die oberirdischen Teile der Vegetation –überwiegend Büsche, vereinzelt Bäume – entfernt und entsorgt werden. Im Anschluss wird eine zwischenzeitlich festgestellte Bodenverunreinigung durch ausgetretenes Mineralöl beseitigt. Rund 1000 Kubikmeter Boden müssen dafür im Vorfeld der Halde abgetragen werden. Aufgrund der teilweise sehr steilen Böschungen der Deponie, die keinen Aufbau von standsicheren Dichtungssystemen erlauben, sind dann zunächst Umlagerungen von Asbestzementschlamm und Asbestzementscherben zur Profilierung der Halde notwendig. Um die Materialbewegungen gering zu halten, werden an der zur Eisenbahnstrecke gewandten Seite sowie auf der Südseite der Halde zusätzlich Stützwände aus Gabionen (Steinkörben) errichtet. Nach der Profilierung wird auf dem gesamten Haldenbereich eine Kunststoffdichtungsbahn (KDB) aus Polyethylen ausgerollt und wasserdicht verschweißt. Über der KDB wird eine Drainagematte verlegt und Boden aufgeschüttet. Durch diese technischen Barrieren wird die Versickerung von Niederschlagswasser unterbunden. Stattdessen wird das Oberflächenwasser über einen Entwässerungsgraben in ein Versickerungsbecken abgeleitet. Die gesamte Halde mit der rund einen Meter dicken Rekultivierungsschicht wird abschließend begrünt. Der Erfolg der Sanierung wird durch eine systematische Kontrolle des Grundwassers überprüft. Dazu werden im Anstrom- und Abstrom der Halde neue Messstellen eingerichtet. In einem Zeitraum von zunächst fünf Jahren wird das Grundwasser vierteljährlich auf Schadstoffe (MKW, PAK sowie Metalle wie Arsen, Blei, Cadmium oder Chrom) überprüft. Die Intaktheit der Oberflächenabdichtung wird über regelmäßige Sichtkontrolle im Zuge der Pflege- und Wartungsarbeiten sichergestellt. Rund 10.000 Euro pro Jahr wird die Nachsorge kosten. Foto: tau

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