1. Über einen treuen Begleiter

    Sängerin des Chors "Der gute Ton" gibt Buch heraus

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    Detmold (ck). Zweimal im Monat treffen sich die Sängerinnen des Chors "Der gute Ton" im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Heidenoldendorf um gemeinsam zu singen. "Wir sind blinde, sehbehinderte und sehende Sängerinnen", erklärt Chorleiterin Adelheid Capelle die Zusammensetzung des Chors. Die Damen sind zwischen 51 und 85 Jahren alt, verstehen sich bestens und singen begeistert Volkslieder. "Wir sind kein eingetragener Verein und werden deshalb nicht von der Stadt Detmold gefördert. Jedes Mitglied zahlt seinen Beitrag und die Fahrtkosten mit dem Taxi aus eigener Tasche", so Capelle weiter. Wir geben kaum noch Konzerte, da die Fahrtkosten einfach zu hoch sind", sagt Capelle. Ein ganz besonderes Chormitglied ist Hella Sinn; sie ist von Geburt an blind, aber sie liebte es schon als junger Mensch, zu schreiben. So lag es für sie nahe, etwas über ihre Blindenführhunde, ihre treuen Begleiter, wie sie sie bezeichnet, zu verfassen. "Ich habe mir überlegt, ein Buch für Kinder und tierliebende Erwachsene zu schreiben", sagt sie. Ihr Buch "Mein Leben war schön – Ein deutscher Schäferhund berichtet" erzählt die Lebens- und Ausbildungsgeschichte ihres Blindenhundes "Piroschka". Vom jungen unbedarften Welpen der die Welt erkundet, Kontakt zu seinen Ahnen aufnimmt und letztendlich ein hervorragender Blindenführhund wird und ein liebgewonnener Begleiter. Mit dem Erlös des Buchverkaufs möchte der Chor weitere Treffen finanzieren (Deckung der Fahrtkosten bei Beförderung Blinder und Sehbehinderter). Das Buch bekommt man bei der Autorin Hella Sinn. Sie ist täglich zwischen 17 und 18 Uhr unter der Rufnummer (05234) 879051 zu erreichen. Außerdem ist das Buch in den Detmolder Buchhandlungen Kafka, Jaenicke und "Buchhaus am Markt" für 10 Euro. Im Jahr 1995 kamen im Lippischen Blindenverein einige Frauen zum gemeinsamen Singen zusammen. Durch die entstandene Freude und Gemeinschaft wurde der Wunsch nach einer fachkundigen Leitung groß. So wurde Renate Kramer vom damaligen Leiter des Blindenvereins gebeten, als Chorleiterin tätig zu werden. "Ich habe 17 Jahre lang den Chor geleitet und habe es sehr gerne gemacht", sagt Renate Kramer, die den Taktstock 2013 an die jüngere Adelheid Capelle abgegeben hat. Sie wiederum sorgte für neues und abwechslungsreiches Liedgut, korrigierte, wo es nötig war und bereitete Proben und Auftritte vor. Sie und auch Chormitglied Irmgard Horstkötter sind seit der Gründung des Chores dabei. Gesungen wurde zunächst zwei Mal im Monat in den Räumen des Blindenwerkes, die auswärtigen Sängerinnen wurden vom Fahrdienst des Blindenvereins nach Heidenoldendorf gebracht. Aufgeführt wurde das erarbeitete Liedgut auf den Sommerfesten des Blindenvereins, in Altenheimen und in den Gottesdiensten für sehbehinderte Menschen. Nach der Umstrukturierung des Lippischen Blinden- und Sehbehindertenvereins gab es zunächst keine Möglichkeit mehr, den Transport der auswärtigen Chormitglieder zu garantieren, außerdem wurde ein neuer Übungsraum benötigt. Letzteres war leicht: Die Kirchengemeinde Heidenoldendorf stellte kostenlos die Nutzung des Gemeindehauses zur Verfügung und der Chor hatte somit eine neue Heimat gefunden. Neue Mitglieder – blinde, sehbehinderte und sehende – nimmt der Chor gerne auf, Informationen gibt es unter der Rufnummer (05231)50752.

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