Kreis Lippe, Oerlinghausen/Leopoldshöhe. Rußende Dieselfahrzeuge auf der Schiene sind kein Zeichen für umweltfreundlichen Reisen. Täglich verkehren jedoch dieselgetriebene Schienenfahrzeuge des "Lipperländer" zwischen Bielefeld und Lemgo. Da auf der Bahnstrecke zwischen Bielefeld-Ost und Lemgo-Lüttfeld jedoch keine Oberleitung verlegt ist, gibt es keine andere Möglichkeit, als mit den Triebwagen der Baureihe "Talent" den Betrieb zu bedienen.
Kurioser ist die Fahrt für den "Leineweber", der von Bielefeld über Lage und Detmold nach Altenbeken fährt. Ab Lage gibt es zwar eine Oberleitung, wegen der guten und durchgängigen Verbindung fährt der Zug allderdings mit Diesel unter der Oberleitung weiter bis Altenbeken. "Diese Situation im Kreis Lippe ist uns seit langer Zeit ein Dorn im Auge, deswegen haben wir im letzten Jahr einen Antrag auf Elektrifizierung der Strecke Bielefeld - Lemgo beim Kreis Lippe gestellt", erklärt Willi Wächter von der Initiative Pro Bahn. Das Ziel ist: durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen wird die Verbindung mit der Nummer 404 leistungsfähiger und umweltfreundlicher. Dabei hat es schon früher Elektrofahrzeuge auf der Fahrt Richtung Lemgo gegeben, erinnert sich Wächter. Als noch die durchgehende Verbindung zwischen Bielefeld und Hameln bestand, fuhren in den 50er Jahren Triebwagen mit Akku-Antrieb. Zwischenzeitlich haben der Kreis Lippe und die Verkehrsgemeinschaft Lippe (KVG) einen wortgleich abgestimmten Antrag an die Bezirksregierung Detmold gerichtet, um die Maßnahme im neuen ÖPNV Bedarfsplan des Landes NRW zu platzieren. Der Verkehrsverbund Ostwestfalen Lippe (VVOWL ist noch einen Schritt weiter gegangen, von dieser Seite wurde noch eine höhere Abwicklungsgeschwindigkeit im Bahnhof Lage beantragt, ist von Wächter zu hören. Wenn die Maßnahmen den Regionalrat der Bezirksregierung passiert haben, sei die Politik in Lippe gefordert, für eine aussichtsreiche Priorisierung im ÖPNV Bedarsplan zu sorgen.