1. Schwierige Einsätze und vielfältige Aufgaben

    Neues Transportflugzeug und die Flüchtlingskrise beherrschen das vergangene Jahr auf dem Fliegerhorst

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    WUNSTORF (mk). Mit über 400 Gästen startete der Fliegerhorst Wunstorf in das neue Jahr. Oberst Ludger Bette, Kommodore des LTG 62, betonte anlässlich des traditionellen Neujahrsempfanges, dass ihm "sehr viel an diesem öffentlichen Empfang liegt". Er biete immer wieder eine gute Gelegenheit zum Austausch über die Grenzen des Fliegerhorstes hinweg. Wie in jedem Jahr wurde der Empfang durch den Chor des Hölty-Gymnasium Wunstorf begleitet, erstmals dabei waren die jungen Musikerinnen und Musiker der Musikschule Wunstorf.

    "Das Jahr 2015 ist für mich rasend schnell vorübergegangen", so Bette. Was sicherlich an den vielen Ereignissen, aber auch an deren Verbreitung über die sozialen Netzwerke gelegen habe, die das Leben allgemein zu beschleunigen scheinen. Im Mittelpunkt des vergangen Jahres stand der A400M, dessen Einsatzprüfung begann und dessen offizielle Genehmigungen nun vorliegen. Schon jetzt dürften die Wunstorfer den reduzierten, lokalen Flugbetrieb positiv bemerkt haben. Mit dem A400M stünde ein leistungsfähiges Transportflugzeug zur Verfügung, mit dem "doppelt so schnell, doppelt so weit, die zwei- bis dreifache Ladung" transportiert werden kann. Laut Bette füllen sich die Auftragsbücher bereits, seine erste Bewährungsprobe hat der A400M aktuell beim Syrien-Einsatz. Auch die Ausbildung der Crews befindet sich nach Angaben des Kommodores auf einem guten Weg, die Zertifizierungen sind da und diverse Lehrgänge absolviert. Drei Maschinen sind zurzeit beim LTG 62 stationiert, in den kommenden zwölf Monaten wird sich diese Zahl auf zwölf erhöhen. Darüber hinaus hat sich die Bundeswehr im vergangen Jahr mit der Flüchtlingsproblematik befassen müssen – an insgesamt 79 Liegenschaften werden derzeit 41.000 Flüchtlinge von über 6000 Bundeswehrangehörigen betreut. "Auch wir leisten einen unmittelbaren Beitrag", erinnerte der Oberst an die Unterbringung von Flüchtlingen im Unteroffiziersheim. Grundsätzlich sei 2015 ein positives Jahr gewesen, mit vielen tollen Veranstaltungen. Für das Jahr 2017 hat sich der Fliegerhorst für den "Tag der Bundeswehr" beworben und hofft, sich dann im kommenden Jahr der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt erinnerte in seiner Rede daran, dass die Einsätze der Bundeswehr immer schwieriger werden. "Wunstorf macht nicht Weltpolitik, wir sind nur ein kleines Rädchen, aber Wunstorfer sind in Krisengebieten im Einsatz", so Eberhardt. Auch er ging auf die Flüchtlingsproblematik ein. "Im Augenblick funktioniert die Unterbringung – noch", betonte er. Die Lage in Wunstorf sei ruhig, für dieses Jahr rechne die Stadt mit weiteren 1000 Flüchtlingen. Der Zustrom erfolge zwar schnell, sei aber auffangbar. Nur fehle es an Wohnraum, weshalb er weiterhin Werbung für die Ausweisung neuer Wohngebiete machen wolle. Auch mit Blick auf das LTG 62, welches in naher Zukunft zum "Mittelpunkt des Lufttransport" werde. Ein großes Problem sieht er in Bezug auf die Finanzierung der Flüchtlingsunterbringung und -versorgung, hier würden sich Bund und Land gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben. Zurzeit reiche die finanzielle Erstattung an die Kommunen nicht aus. In 2015 habe die Stadt beispielsweise drei Sozialarbeiter eingestellt, in diesem Jahr sollen drei weitere Stellen geschaffen werden, um die Flüchtlinge optimal betreuen zu können. Allein hierdurh komme 2016 eine Mehrbelastung von 150.000 Euro auf die Stadt zu. Kritik übte Eberhardt auch an der schleppenden Umsetzung des Asylkompromisses –über 300 Flüchtlinge aus den Balkan-Staaten seien nach Wunstorf gekommen, in der Regel Wirtschaftsflüchtlinge, die es gelte so schnell wie möglich abzuschieben. Das sei zurzeit jedoch nicht die Realität. Abschließend appellierte er mit Blick auf die Kommunalwahlen im September an alle Wähler, ihre Stimme nicht den Rechtspopulisten zu geben, die die Arbeit in Verwaltung und politischen Gremien nur lähmen würden. Nach den verschiedenen Ansprachen nutzen die Gäste die Zeit zum Austausch, denn der Neujahrsempfang ist auch immer wieder eine gute Gelegenheit, alte Weggefährten wieder zutreffen. Foto: mk

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