1. Gemeinsamkeit ist Trumpf

    Sportverein zieht Bilanz eines aufregenden Jahres

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    Elbrinxen (afk). "Sport ist Leidenschaft" hat sich der TSV Elbrinxen als Motto gegeben, und der Sportverein lebt das auch. Bedurfte es noch eines Beweises – die Jahreshauptversammlung vor vollem Haus im Vereinslokal Lutter lieferte ihn. Lebendig, engagiert und offen für die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft präsentierte sich der TSV, der – so Vorsitzender Wolfgang Siefert in seinem Jahresbericht –"eines der aufregendsten Jahre" hinter sich hat. Dabei spielte er u.a. auf den Umbau und die Sanierung der Turnhalle mit großer Eigenleistung der Sportlerinnen und Sportler aber auch auf das Spiel der U19-Mannschaften von Bayer Leverkusen und Eintracht Braunschweig an. Und das alles bei fortlaufendem Übungsbetrieb der diversen Abteilungen und Sportarten!

    Ob Turnen, Gesundheitssport, Walking, Aerobic, Zumba, Tennis, Volleyball, Laufgruppe, Sportabzeichen, Skifahren, Tischtennis oder Fußball – für einen Verein eines 1100-Einwohner- Dorfs hat der TSV für seine 800 Mitglieder schon eine beachtliche Palette sportlicher Angebote für jedes Alter parat. Man setzt auf den Breiten- und Gesundheitssport, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Übungsleiter dieser Sparten berichteten dann auch von gut besuchten Trainingstagen. Überlagert wurden die sportlichen Aktivitäten 2015 aber vor allem durch das Turnhallen-Projekt. Innerhalb eines halben Jahres war es gelungen, eine Sportstätte zu schaffen, die quasi den Charakter eines Neubaus hat, wie es Bürgermeister Heinz Reker bei der offiziellen Einweihung genannt hatte. 355.000 Euro waren als Investitionssumme veranschlagt. Bei der Endabrechnung stellte sich heraus, dass diese Summe sogar noch um 8.000 Euro unterschritten werden konnte. Der TSV selbst lieferte Eigenleistung im Wert von 40.000 Euro ab und schoss weitere 30.000 Euro finanzielle Mittel auch von Sponsoren hinzu. "Gemeinsam haben wir das geschafft", freute sich Vorsitzender Siefert. Die Gemeinsamkeit habe Berge versetzt und allen Skeptikern den Wind aus den Segeln genommen, die die Größenordnung für zu groß für den Verein gehalten hatten. Rund 100 Freiwillige opferten ihre Freizeit, darunter auch ein Rentnerteam. "Das war einfach Spitze", lobte Siefert noch einmal. Der Vorsitzende aber weiß auch, dass die freiwilligen ehrenamtlichen Helfer nicht auf Dauer zu belasten sind. Die Politik fordere mit großen Worten immer die Förderung des Ehrenamtes, aber die Konsequenzen z.B. durch Sozialarbeiter für die Sportvereine würden nicht gezogen, kritisierte der 59-Jährige. Er richtete sein Augenmerk auch auf die jüngere Generation, die zur Absicherung der Vereinszukunft eine wesentliche Bedeutung haben. Man werde in einer Klausur Wege erarbeiten, wie u.a. auch neue Übungsleiter gewonnen werden können. Erfreulich sei, dass mit dem TSVer Heribert Schulte vom Fußballkreis Detmold mit dem Ehrenamtspreis für sein jahrelanges Engagement in der Jugendspielgemeinschaft, im TSV- Vorstand und im Stadtsportverband ausgezeichnet worden sei. Schulte ist zudem der erste Sportler aus dem lippischen Südosten, der seit dem letzten Jahr in der Fußball-Spruchkammer tätig ist. Die Gemeinsamkeit beschwor Siefert mehrfach in seinem Jahresbericht. Die sei auch gefragt beim Thema "Neubürger". Der TSV hat sich aktiv mit in die Flüchtlingshilfe mit eingebracht. "Als Sportverein haben wir den satzungsgemäßen Auftrag, Menschen gleich welchen Glaubens, welcher Hautfarbe und Gesinnung die Möglichkeit zu geben, sich sportlich zu betätigen", sagte der Vorsitzende "Wir sehen die Integration als Teil unseres Auftrags. Der Sport spricht nur eine Sprache." Im Fußballbereich, so Obmann Sebastian Loke, funktioniere das bereits sehr gut: "Es mache einfach Spaß mit anderen Kulturen zu spielen." Beim Fußball kündigen sich im Übrigen schon grundsätzliche Veränderungen an: André Rellin von der JSG Rischenau-Elbrinxen mit ihren 30 Mannschaften in vier Spielklassen denkt man intensiv über eine Erweiterung mit der Jugend des TuS Lügde nach. "Die neue Spielgemeinschaft könnte dann JSG Lügde heißen", sagte er. Und auch im Senioren-Fußball nähern sich die Elbrinxer dem TSV Sabbenhausen an. Für die anstehenden Gespräche über eine Kooperation oder Fusion bat Sebastian Loke um einen Vertrauensvorschuss. Im sportlichen Bereich könnte es bei den Spitzenmannschaften im Fußball und im Tischtennis besser laufen, merkten Sven Horstmann und Günter Pieper selbstkritisch an. Pieper, jahrzehntelang Motor der Tischtennisabteilung, kündigte zudem seinen Rücktritt fürs kommende Jahr an. Das Sportangebot im TSV könnte demnächst um eine neue Abteilung erweitert werden. Marco Siefert könnte sich das dem Eisstockschießen nicht unähnliche Bosseln gut vorstellen, das bis ins hohe Alter in der Halle betrieben werden kann.

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