Horn-Bad Meinberg (ck). Zum dritten Mal hat der Heimatverein Leopoldstal zu einem unterhaltsamen und geschichtsträchtigen Abend in die Silbergrundhalle geladen. Die Erzähler des Projekts "Weißt du noch wie‘s früher war …?" und Initiatorin Stephanie Brinkmann berichteten ihren Zuhöreren von dem generationsübergreifenden Angebot.
2013 hatte Stephanie Brinkmann das Projekt ins Leben gerufen, sich mit viel Herzblut in den Aufbau gestürzt und viel Unterstützung im Dorf gefunden. Zum Beispiel Erika Rohlfs, die sich mit ihrem Mann Kurt der nicht ganz so einfachen Aufgabe stellte, den Kindern die Plattdeutsche Sprache näher zu bringen. Anhand einer Beamershow erklärte Kurt Rohlfs, wie sie anhand von Plakaten die einzelnen plattdeutschen Wörter übersetzten und sie dann von den Kindern farblich nach Schwierigkeitsgraden eingeteilt wurden. "Es hat uns sehr viel Freude gemacht", erklären sie. Gemeinsam studierten Leopoldstaler Kinder das von Brinkmann getextete Lied "Weißt du noch wie‘s früher war …?"ein und sangen es an diesem Abend zur Begeisterung der Anwesenden auf Plattdeutsch. Ingrid Erbel und Rudi Ovenhausen hatten den Kindern eine Nachmittag lang von ihrer eigenen Kindheit erzählt: dem sonntäglichen Gugelhopf in ihrer Familie –"die Kinder fanden das ganz toll, dass es immer diesen Kuchen gab, den ich natürlich auch für sie gebacken habe"–, von Sonntags- und Alltagskleidung und von der Dampfpfeife im Ort, nach der sich alle richteten. "Ein Kind fragte mich, wie viel Cent sind ein Pfennig?", erinnerte sich Ingrid Erbel lachend. Noch einige Dorfbewohner mehr hatten sich bereit erklärt, Einblicke in ihre Vergangenheit zu geben. Dieter Begemann, Gerhard Schliemann, Michael Meier, Rainer Kleine, Günther Brandt sowie Gisela und Friedhelm Urhahn erzählten von dem alten Schwimmbad in dem man sich traf, zeigten wie Schlitt- oder Rollschuhe damals aussahen, berichteten von Streichen wie Eierpflaumendiebstähle aus Nachbars Garten, erklärten Schallplatten und Plattenspieler und zeigten Bilder von den ersten "Discos" im Jugendkeller der Kirche. Aber auch von den Kriegsjahren erzählten sie den Kindern, wie früher Weihnachten gefeiert wurde und welche Geschenke unter dem Weihnachtsbaum lagen. "Ziel dieser Nachmittage ist es, ein generationsübergreifendes Angebot in Leopoldstal zu haben, welches Alt und Jung zusammenführt. Ziel ist es auch, Geschichte in realistischer Form zu vermitteln", so der Verein, der schon jeweils im September des Vorjahres auf Referentensuche geht und bisher immer interessierte Erzählerinnen und Erzähler gefunden hat.
