REHBURG-LOCCUM (mk). Am Sonnabend, dem 16. Januar, wird um 17.30 Uhr im Rahmen einer Vernissage in der Galerie der ev. Akademie Loccum die Ausstellung "Zwielichtige Bildwelten" der Künstler Claudia Bartholomäus und Andrea Döring eröffnet. Zur Einführung spricht Prof. Dr. Michael Wistoba von der Universität Braunschweig.
Typischer Überwinterer auf dem Weg zum morgendlichen Liege reservieren. Und ein melancholischer Astronaut kurz vor seinem Weltallritt. Das und andere bekannte Szenen unserer visuellen Welt zeigen die Arbeiten dieser Ausstellung. Soweit der erste Eindruck. Doch bei genauerem Hinsehen, irritieren nicht nur die intensiven Farbwelten, in der sich Andrea Dörings und Claudia Bartholomäus Figuren und Interieurs bewegen. Es ist das Zwielichtige. Dem Betrachter bleibt dabei überlassen, wie er mit diesen Fragwürdigkeiten umgeht. Es sind seine eigenen Interpretationen, die den Bildern im ersten Moment eine bestimmte Couleur verleihen. Eine Couleur, die bei längerem Betrachten oft ins Wanken gerät. Andrea Döring, die gerne unscheinbare Momente des Alltags festhält, eliminiert die ursprüngliche Szenerie und transferiert ihre Figuren in einem auf Farbnuancen reduzieren Raum. Claudia Bartholomäus fügt in ihren Bildern neue Welten hinzu, so dass bei ihr die gezeigten Sujets letztendlich oft eine Nebenrolle spielen. Verortung, Logik und Einordnungen werden auf diese Art außer Kraft gesetzt in den gezeigten Arbeiten. Gewohnte Kontexte brechen auf zugunsten neuer Gedankenspielräume. Das bedeutet auch, zu akzeptieren, dass sich manche Dinge der rationellen Logik entziehen. Dadurch erhalten jedoch der anfangs betitelte Überwinterer und Astronaut die Chance das zu sein, was sie in erster Linie sind: Bilder.