1. Gefühle auf der Leinwand

    Die Malerin "Mewa" hält Augenblicke der Schönheit fest

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    Lemgo (ag). Weinberge im Herbst. Erinnerungen an das Licht. In der Sonne gebadet zu haben. Ein Ausflug nach Bamberg hat bei der Malerin "Mewa" seine Spuren hinterlassen. Eine ganze Serie leuchtend bunter Bilder in Öl hat sie diesen unvergesslichen Momenten gewidmet. Sie hat in den Weinbergen, wie sie sagt, "im Licht gebadet" und versucht in den Bildern, das Gefühl wiederzugeben, das sie dort empfunden hat, den Moment festzuhalten. "Egal was ich mache: Nur Licht interessiert mich noch, wie ich das Licht empfinde. Ein Bild ist nur ein Versuch und jedes Bild wird anders. Ich versuche ein Bild zu schaffen, das lebt."

    Die Malerin Mirka Machel stammt aus Polen und lebt seit 1988 in Deutschland, seitdem ist sie auch professionelle Malerin. "Mewa", ihr Künstlername, ist Polnisch und bedeutet auf Deutsch "Möwe". Die Erinnerung an das "Bad in der Sonne" stützt sie mit Skizzen und Fotos des Lichts, welche sie vor Ort gemacht hat. "Aber Details sind nicht so wichtig", lächelt sie. Wichtig ist das große Ganze, das Gefühl. "Und dann übertreibe ich. Ein anderer hat das vielleicht nicht so empfunden wie ich", so die Malerin. Der Prozess des Malens gestaltet sich sehr unterschiedlich. Mewa erklärt es so: "Kinder werden geboren. Bilder auch. Bei manchen Bildern ist es aber so: Die malen sich gar nicht. Dann muss man vielleicht zehn Jahre warten und es dann wieder zur Hand nehmen. Und manch ein Bild malt sich sofort. Ein Bild kann man nicht erzwingen. Wenn das Gefühl nicht da ist, geht es nicht. Das Bild zeigt dir das schon. Manchmal ist es eine Qual. Aber Kunst ist für die Ewigkeit. Man darf sich nicht beeilen. Man kann es auch zur Seite stellen und ruhen lassen." Das Wissen, die Fähigkeiten und die Empfindung des Künstlers machen am Ende ein Bild aus. Und wann ist das Bild fertig? Mewas Antwort ist ganz einfach: "Wenn der Maler sagt, es ist fertig." Das Handwerk der Malerei kann man lernen. "Mewa" gibt seit mehr als 20 Jahren an der Volkshochschule in Lemgo ihr Wissen an Erwachsene und Kinder weiter. Viele ihrer Schülerinnen und Schüler sind schon lange dabei und zu begeisterten Hobbymalerinnen und -malern geworden. Mewa unterstützt und fördert sie: "Ich ermutige sie für eine eigene Sicht. Sie lernen Sehen und werden empfindlicher dafür, wie Licht die Farben verändert. Sie wagen sich jetzt an Öl – früher nur an Bleistift und Acryl. Und sie malen auch nicht mehr nur ab, sondern kommen jetzt mit eigenen Motiven", freut sich die leidenschaftliche Malerin. Doch auch sie nimmt von Ihren Schülern einiges mit: "Ich kann nicht in Einsamkeit malen. Ich brauche Menschen, Leben, Austausch, Gespräche. Es gibt so viele verschiedene Charaktere. Aber irgendwie – Haaransatz, Nasenspitze, Kinn – sind wir doch alle gleich gemacht." Für Mewa ist ihr Beruf etwas ganz Besonderes. "Ich bin sehr glücklich, dass ich Malerin bin. Sensibilität und Beobachtungsvermögen, werden mich nie langweilen. Man sieht immer mehr. Man entdeckt sich selber. Es bereichert mich. Malen ist für mich das Glück. Dabei vergesse ich alles. Man ist plötzlich im Bild und erlebt noch einmal das Schöne. Und ist man ins Malen versunken, vergeht die Zeit wie im Flug." Sie liebt es, das Schöne zu malen und zitiert Renoir, einen ihrer Lieblingsmaler: "‚Warum sollte man das Traurige malen?’ Es gibt genug Trauriges im Leben. Ich mache mich kaputt damit. Ich muss ins Licht, in das Schöne." So saugt Mewa alles Schöne auf und verstärkt es in Ihren Werken: "Das Bild muss leben und leuchten – mehr als im richtigen Leben."

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