1. Böse Wahrheiten im Plauderton

    Hagen Rether bringt "Liebe 2016" nach Bad Salzuflen

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    Bad Salzuflen (la). Wer einen Abend mit Hagen Rether und seinem Programm "Liebe" verbracht hat, ist bezaubert, erleuchtet, erweckt. Nicht nur, weil er in seinem ständig aktualisierten Programm die Augen einer Nation öffnet, die ihr politisches Leben scheinbar im Halbschlaf verbringt, sondern auch, weil er ein seit Kindertagen unglaublich talentierter Pianist ist. In Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro Ostwestfalen-Lippe gastiert er im städtischen Kabarett-Programm am Samstag, 16. Januar, um 19.30 Uhr in der Konzerthalle im Kurpark mit "Liebe 2016". Karten gibt es im Vorverkauf zu Preisen von 26,40 bis 28,60 Euro (Abendkasse 29,70 bis 31,90 Euro) an der Theaterkasse der Kurverwaltung, Telefon 05222/952909, und bei der Bürgerberatung im Rathaus an der Rudolph-Brandes-Allee.

    Er singt, spricht, hüllt die Zuschauer in eine warme Decke aus Worten ein, nur um immer wieder mit messerscharfen Fragen und Beobachtungen zu prüfen, ob sie noch wach sind. Ein immer wieder auftauchender Satz ist "Versteh ich nicht!", und tatsächlich kommt niemand umhin, sich nach diesem Abend zu fragen, was zum Teufel eigentlich los ist in dieser Welt. Aber immerhin sind dann alle wieder wach. Immer mal wieder wird darüber diskutiert, ob das deutsche Kabarett ausstirbt, wenn nicht sogar längst verstorben ist. Aber es gibt Künstler, deren Auftritte diese Fragen eindeutig mit Nein beantworten lassen. Hagen Rether ist so einer. Der mit zahlreichen Preisen hochdekorierte Kabarettist am Klavier tarnt sich als Charmeur. Im Plauderton bringt er böse Wahrheiten unters Volk – genau beobachtet und ohne Rücksicht auf Glaubenssätze oder politische Korrektheit. Die Welt wird immer komplizierter, das Geflecht aus politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten zunehmend undurchsichtiger: Vor diesem Hintergrund lässt Rether Strippenzieher und Marionetten, Strohmänner und Sündenböcke aufziehen, versucht den oft absichtsvoll verborgenen Nutzen von Klischees und Drohkulissen aufzudecken und so genannte Sensationen als mediale Ablenkungsmanöver zu enttarnen.

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