1. Ärger über ein Spiel mit der Angst

    Oetker-Pressesprecher fand harsche Worte für Foodwatch und Greenpeace

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    Oerlinghausen (kd). Bereits zum 26. Mal richtete die Oerlinghauser FDP einen Neujahrsempfang aus. 170 Gäste aus der Politik, aus Vereinen und verbänden sowie aus Unternehmen waren der Einladung gefolgt. Die Liberalen definieren ihre Veranstaltung als überparteilich. In diesem Sinne stand in diesem Jahr ein Fachthema im Mittelpunkt: Der Leiter der Hauptabteilung Öffentlichkeitsarbeit bei der Dr. August Oetker KG, Dr. Jörg Schillinger, referierte über Lebensmittelsicherheit. Nahrungsmittel seien in Deutschland so sicher wie nie zuvor, erklärte Dr. Schillinger. Dafür sorgten genügend Gesetze und Verordnungen. "Sie werden von der überwiegenden Mehrzahl der Hersteller beachtet." Auch bei seinem Arbeitgeber gelte nach wie vor der Grundsatz des Firmengründers "Qualität ist das beste Rezept". Verbraucherschutzorganisationen gebe es schon lange, doch könnten Unterstellungen und Ängste "heute praktisch von jedem in vielen Kanälen gespielt werden." Der Referent wehrte sich gegen Unterstellungen, die Nahrungsmittelfirmen würden ihre Produkte systematisch vergiften und daran verdienen. "Ich ärgere mich darüber, dass ein Spiel mit der Angst der Verbraucher als Geschäftsmodell getrieben wird", sagte Dr. Schillinger. Bei Institutionen wie Greenpeace und Foodwatch gebe es viel Manipulation und Unsinn, um Panik zu schüren. „So ist bis heute kein Mensch in unserem Land an BSE gestorben, aber die Panik um das Thema hat den deutschen Steuerzahler bislang rund eine Milliarde Euro gekostet. Erinnern Sie sich an die Panik um die angeblich dioxinverseuchten Eier? Die in wenigen Eiern als zu hoch festgestellte Dosis lag knapp über der Messbarkeitsgrenze, kein Mensch ist an einem solchen Ei gestorben. Aber in den vier Wochen im Januar 2011, in denen das Thema die Medien beherrschte, wurden 32 Menschen ermordet, 296 von Autos überfahren, fielen 740 Mitbürger im Haushalt von der Leiter und verloren mehrere Hundert durch Unfälle bei der Arbeit ihr Leben“, sagte er. Häufig würden auch Statistiken falsch interpretiert oder unzutreffende Messverfahren angewandt. Die Folge sei eine regelrechte Furcht vor Chemie im Allgemeinen. Die Politik nahm er von seiner Kritik nicht aus. "Politiker hängen ihr Fähnchen in den Wind und hören auf vermeintliche Experten", sagte er. "Der Staat spielt sich als Gouvernante auf, die meint, die Bürger belehren zu müssen." Das Unternehmen Dr. Oetker suche sehr wohl auch den Kontakt zu seinen "Gegnern", den kritischen Verbänden und Institutionen. Denn erklärtes Ziel sei es, um besser zu werden. Bei der Vielzahl von "selbst ernannten sogenannten Verbraucherschützern" sei es nicht leicht, glaubwürdige Positionen zu erkennen. Den Verbrauchern riet Dr. Schillinger daher: "Benutzen Sie ihren Verstand und bilden Sie sich einen eigenen Standpunkt." Zu den Gästen des Neujahrsempfangs konnte der Oerlinghauser FDP-Vorsitzende Peter Meier die Bürgermeister Dirk Becker und Gerhard Schemmel aus Leopoldshöhe, Kai Abruszat aus Stemwede und Landrat Dr. Axel Lehmann. Für die FDP kritisierte Bezirksvorsitzender Frank Schäffler die unbegrenzte Aufnahme von Flüchtlingen. Dies sei ein Verstoß gegen die ethischen Regeln des Schengen-Abkommens. Die Folgen seien überhaupt nicht bedacht worden, meinte Scheffler. "Die Vorkommnisse in Köln sind Vorboten dieser Entwicklung."

    Auch Marc Lürpke, innenpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, stellte die Übergriffe von Köln in den Mittelpunkt seines Grußwortes. Die Entlassung des Polizeipräsidenten sei lediglich ein Bauernopfer, sagte er. Wenn der Anschein erweckt wird, dass etwas vertuscht wird, bildet dies den Nährboden für Intoleranz und Hass." Auch FDP-Kreisvorsitzender Markus Schiek erkannte bei der Aufarbeitung der Vorkommnisse ein fahrlässiges Verhältnis zur Wahrheit." Die Öffentlichkeit wolle weder von Medien noch von Staatsorganen angelogen werden. Im Falle Köln hätten erst Berichte in sozialen Medien die Wahrheit ans Licht gebracht.

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