1. Hier klang alles mal anders

    Sextett Voisix setzte einen Akzent im Klostersaal

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    Lügde (afk/ti). Wenn die Schüler mit dem Lehrer, in diesem Fall die Studenten mit dem Dozenten sich auf ein gemeinsames gesangliches Abenteuer einlassen, dann kann schon mal etwas Besonderes herauskommen. So geschehen mit drei Sängerinnen und zwei männlichen Stimmen, die sich gemeinsam mit ihrem Dozenten in einer A-cappella-Formation auf Tournee begeben. "Als stimmliche Gruppe haben wir uns an unserer Paderborner Musikschule während unseres Studiums kennengelernt", erzählt mit einem strahlenden Lächeln Miriam Brandtönies, die ein Mezzosopran in das Sextett einbringt.

    "Wir machten gemeinsam an unserer Schule ein Musical mit dem Titel ,Der kleine Horrorladen. Das hat uns so viel Spaß gemacht, dass wir danach einfach zusammen blieben und weiter machten", fährt sie fort. Inzwischen gibt es nicht nur den Namen Voisix als Erkennungsmarke, ihr Debut im Jahr 2012 vor einer ausverkauften Paderhalle in Paderborn und weitere gefeierte Auftritte bis hin zu mitreisenden Fans sowie produzierte CDs. Die aktuelle Weihnachts-CD brachten sie nun inhaltlich im Lügder Klostersaal auf die Bühne. Auf der Bühne selbst fielen aufmerksamen Beobachtern zunächst geheimnisvoll wirkende Zettel auf. C-J-L-A-U-M stand beispielsweise geschrieben oder C-U-J-L-M-A. Auf diese ominösen Verschlüsselungen angesprochen lachte Miriam Brandtönies und löste es mit einer einfachen Erklärung auf: "Das ist die Reihenfolge, in der wir uns zu den einzelnen Melodien stellen." Dabei stehe C für Christian Schmidt, dem Tenor in der Gruppe, J für Jörg Loh, der mit seinem Bass das tiefste Segment darstellt, A für Alina Hamdorf und die Stimmlage Alt, L für Lea Kruse mit ihrem Sopran, M eben für Miriam und das U für ihren Bariton und Dozenten Uli Lettermann (auch in Lügde und Bad Pyrmont von seinen Auftritten bestens bekannt als humoriger Frontmann des Saxophon-Quintetts "Quintessence"). Dieser Senior in der Gruppe moderierte auch humorvoll den Melodienabend, der eine breite Palette ihres Könnens darbot. Die meisten Lieder waren, fast schon selbstverständlich so kurz vor dem Fest, weihnachtsbezogen, auch wenn man aktuell eher zum Grillabend einladen möchte, wie der Moderator passend bemerkte. Von den poppigen Jackson Five oder Madonna über eine Interpretation von Beethovens "Ode an die Freude", Rachmaninows "Vocalise", Josef Rheinbergers "Abendlied" oder das weihnachtliche Atmosphäre in den Saal zaubernde "The First Noël" - es war halt doch unerwartet anders, als sich so mancher wohl einen A-cappella-Gesangsabend vorstellte. Vor allem skandinavische Texte haben es den "Voisix" angetan. Sie unterstrichen dies allerdings nicht nur durch die hörbar zu einer Gesangsdarbietung melodisch passenden Worte in der schwedischen Landessprache, sondern wurden von den Gesangskünstlern stimmlich geradezu zelebriert. Lea Kruses heller Sopran kam dabei ebenso zur Geltung wie Jörg Lohs tiefer Bass. Wie mag mit derartigen Stimmen wohl ein von Oskar Wilde als Requiem zum Tode seiner Schwester geschriebenes Stück im Klangvolumen eines Kirchenschiffes berauschen, wenn es den Zuhörer schon im Klostersaal gefangen nahm? Das Lied hatte nahezu etwas fremdartig Keltisches und vermittelte eindrucksvoll das Gefühl von Friedhofsruhe, von Abschied und jemanden zurücklassen müssen. So ergab es sich eigentlich von selbst, dass bei derartig gelungener Darbietung ein begeistertes Publikum die sechs Stimmen nicht ohne Zugabe entlassen wollte. Trotz erkennbarer Erkältung vermochte Miriam Brandtönies mit ihrem Solo und einem Sonnenscheinsong den für diese Winterphase passenden Schlusspunkt zu setzen, indem sie jedem Besucher ein "You are my sunshine" mit auf den Heimweg gab.

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