Detmold (ck). Alljährlich veranstaltet Amnesty International im Dezember einen "Briefmarathon". Damit will die Organisation Regierungen Druck machen in Sachen Menschenrechte und fordert die Freilassung von gewaltlosen politischen Gefangenen weltweit. Tausende Briefe könnten Behörden nicht ignorieren und unter den Tisch fallen lassen, so die Idee. Am Internationalen Tag der Menschenrechte (10. Dezember) haben zwei Mitglieder der Detmolder Gruppe von Amnesty International in der Mensa des Leopoldinums den Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort zum Thema Menschenrechte und Briefmarathon gestanden. "Wir sind heute das erste Mal hier in der Schule", erklären Bettina Rinke und Christiane Maliglowka von Amnesty. "Im letzten Jahr schrieben Menschen aus 80 Ländern insgesamt 2,3 Millionen Briefe, davon allein 100.000 aus Deutschland", so Amnesty. Der Briefmarathon ist damit eine der größten Amnesty-Aktionen weltweit. Vorbereitend auf diesen Tag wurde in den Oberstufen in den Fächern Religion, Erdkunde, Politik und Pädagogik das Thema Menschenrechte und Briefmarathon erarbeitet. "Die Reaktionen zu dem Briefmarathon waren in der Schülerschaft unterschiedlich von zurückhaltend bis enthusiastisch", erklärt Lehrer Markus Gerner. Romy Rottmann hatte ihre 15- bis 16-jährige Schülerschaft im Erdkundeunterricht auf den Briefmarathon vorbereitet. Wissbegierig richteten sie ihre Fragen an die beiden Stellvertreter der AI-Gruppe. "Der Briefmarathon ist eine Erfolgsgeschichte die ihresgleichen sucht: Jedes Jahr im Dezember fordern Millionen von Menschen in aller Welt Regierungen auf, gewaltlose politische Gefangene freizulassen und Unrecht zu beenden", so Amnesty. Gut 100 Solidaritätsbriefe haben die Detmolder Jugendlichen unterschrieben, um Gerechtigkeit für Yecenia Armenta aus Mexiko und Freiheit für Fred Bauma und Yves Makwambala aus der demokratischen Republik Kongo zu fordern.
Boris Golubnov besucht die 11. Klasse auf dem Leopoldinum. "Ich habe unterschrieben, weil ich es wichtig finde, sich für Menschenrechte einzusetzen. Jeder Mensch sollte gleich behandelt werden. Nur weil diese Menschen für die ich unterschrieben habe eine andere Gesinnung haben, dürfen sie nicht inhaftiert werden." Amnesty-Vertreterin Bettina Rinke betont, dass wir hier in Deutschland wie im Paradies lebten, es aber auf der ganzen Welt Staaten gibt, wo es ganz anders aussieht. Mit reichlich Informationsmaterial sowie einer kleinen Fibel über die allgemeine Erklärung der Menschenrechte entließen sie die interessierten Schülerinnen und Schüler aus der Mensa. "Wir waren auch in einigen Klassen während des Unterricht und haben den Briefmarathon und unsere Arbeit vorgestellt".
